Aktualisiert

Papst schweigt zu 9/11

Papst Benedikt XVI. hat am dritten Tag seines Bayern-Besuchs im Marienwallfahrtsort Altötting vor 60 000 Gläubigen einen Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert.

Dabei ermunterte der Pontifex die Katholiken zu einer stärkeren Zuwendung zur Gottesmutter Maria. Doch sowohl in der Predigt als auch in seiner Ansprache bei der Vesper verzichtete Benedikt XVI. auf politische Äusserungen.

Den fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 liess er unerwähnt. Lediglich in den Fürbitten während des Gottesdienstes auf dem Altöttinger Kapellplatz wurde der Opfer gedacht und «um Frieden auf der ganzen Welt» gebetet.

Mit Helikopter unterwegs

Der Papst war am Morgen mit dem Helikopter von München zu dem wichtigsten Wallfahrtsort im deutschsprachigen Raum - jährlich kommen mehr als eine Million Pilger - geflogen. Bei der Fahrt im Papamobil zum Kapellplatz jubelten die Menschen wie am Vortag in München dem 79-jährigen Joseph Ratzinger begeistert zu.

Nach der Messfeier weihte der Papst die neue Anbetungskapelle des Wallfahrtsortes. Zuvor hatte sich das Kirchenoberhaupt zu einem stillen Gebet in die Gnadenkapelle begeben, in der die Schwarze Madonna steht - eine hölzerne Marienfigur mit Jesuskind aus dem 14. Jahrhundert.

Die katholische Kirche erkennt hier zwei Ereignisse von 1489 und 1490 als Wunder an. Dabei sollen zwei Kinder, die bei Unfällen ums Leben gekommen waren, von der Jungfrau Maria ins Leben zurückgerufen worden sein.

Bad in der Menge

Nach dem Gebet nahm er auf dem Kapellplatz ein Bad in der Menge und schüttelte vielen Pilgern die Hände. Tausende Gläubige hatten seit den frühen Morgenstunden auf die Ankunft des Papstes Vaters gewartet. Bei strahlendem Sonnenschein schwenkten viele Fähnchen in den Vatikanfarben Gelb und Weiss.

Am Nachmittag fuhr der Papst im Papamobil zur Altöttinger Basilika St. Anna, um mit Ordensleuten und Priesteramtskandidaten einen Vespergottesdienst zu feiern. Dort klagte er über den Priestermangel in aller Welt. Junge Menschen mahnte er, keine Scheu vor der Berufung zu Priestertum oder Ordensleben zu haben.

Am Abend wollte der Papst einen Abstecher in seinen Geburtsort Marktl machen und dann mit dem Helikopter nach Regensburg fliegen. Dort steht für Dienstag erneut ein Gottesdienst unter freiem Himmel mit mehr als 300 000 Gläubigen auf dem Programm. Benedikt bleibt noch bis Donnerstag in Bayern. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.