Aktualisiert

EnglandPapst sollte ein homosexuelles Paar segnen

Der sprichwörtliche englische Humor einiger Mitarbeiter hat die britische Regierung in Bedrängnis gebracht: Gestern hat sich das Aussenministerium beim Papst dafür entschuldigt.

Ein internes Papier mit provokanten Ideen für den bevorstehenden Papst-Besuch hatte es in sich: Darin heisst es unter anderem, Benedikt XVI. solle eine Abtreibungsklinik eröffnen, ein homosexuelles Paar segnen und Kondome verteilen.

Deklariert war das interne Memo, das der «Sunday ­Telegraph» abdruckte, als «Hintergrund-Dokument». Die Vorschläge für den «idealen Besuch» seien allerdings «weit hergeholt», heisst es auf dem Deckblatt. Der verantwortliche Mitarbeiter – ein unter 30-jähriger Beamter – war sich offenbar bewusst, dass sein Entwurf besser nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte: Er bat darum, das Papier vertraulich zu behandeln. Doch das ging gründlich schief.

Aussenminister David Miliband war nach Angaben seines Ministeriums «entsetzt», als er über den Vorfall informiert wurde. Der britische Botschafter habe sich bereits beim Vatikan entschuldigt. Ein Sprecher des Heiligen Stuhls bestätigte dies. Benedikt XVI. will im September nach Grossbri­tannien reisen. Die britische Regierung und die katholische Bischofskonferenz von Schottland, England und Wales erhoffen sich vom Papst-Besuch verbesserte Beziehungen zwischen Grossbritannien und dem Vatikan.

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