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Malta-BesuchPapst trotzt der Aschewolke

Papst Benedikt XVI. ist zu einem Kurzbesuch in Malta eingetroffen. Seine Chartermaschine war eine der wenigen, die aus Rom abfliegen durften.

Der Besuch in Malta ist die erste Auslandsreise des Papstes, seitdem der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche immer weitere Kreise zieht. Gespannt wird verfolgt werden, ob er während des zweitägigen Besuchs mit Missbrauchsopfern zusammenkommt. Auf dem Flug sagte Benedikt zu mitreisenden Journalisten lediglich, die Kirche auf der Mittelmeerinsel sei von Sünden «verwundet». Fragen beantwortete er nicht.

Zehn Männer, die nach eigenen Angaben als Kinder in den 80er- und 90er-Jahren von katholischen Priestern in einem maltesischen Waisenhaus missbraucht wurden, haben um ein persönliches Gespräch mit Benedikt ersucht. Die Männer hoffen, ein «schmerzliches Kapitel» ihres Lebens schliessen zu können.

Vatikansprecher Federico Lombardi hält ein erneutes Treffen des Papstes mit Opfern von sexuellem Missbrauch in Kircheneinrichtungen für möglich. Dies müsse aber in einem Klima der «Andacht und Reflexion» und nicht unter Druck der Medien geschehen, erklärte Lombardi. Begegnungen mit Missbrauchsopfern in den USA und Australien 2008 wurden nicht angekündigt.

Heimspiel in Malta

Der Papst den 1950. Jahrestag der Strandung des Apostels Paulus auf der Insel begehen. «Malta hat viel zu so verschiedenen Fragen wie Toleranz, Gegenseitigkeit, Immigration und anderen, für die Zukunft dieses Kontinents entscheidenden Themen beizutragen», sagte Benedikt bei seiner Ankunft.

So solle das Land weiter «für die Unauflöslichkeit der Ehe als natürliche und sakramentale Institution sowie für die wahre Natur der Familie eintreten». Auf Malta ist Scheidung trotz EU-Beitritt bis heute gesetzlich nicht geregelt und damit illegal. Auch der Schwangerschaftsabbruch ist verboten. Malta liegt damit ganz auf der Linie des Heiligen Vaters.

Der Malta-Besuch ist der erste des 83 Jahre alten Kirchenoberhauptes. Am Sonntagabend wird er in Rom zurückerwartet. Malta und die Nachbarinsel Gozo gelten als erzkatholisch, rund 95 Prozent der Bevölkerung der Inselrepublik sind Katholiken. (dapd)

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