«Die Frucht des Krieges»: Papst verschickt Schock-Bild an Silvester
Aktualisiert

«Die Frucht des Krieges»Papst verschickt Schock-Bild an Silvester

Aus dem Vatikan gibt es zum Jahreswechsel eine verstörende Warnung. Und die UNO ruft gar die Alarmstufe Rot aus.

von
sep
Warnung aus dem Vatikan: Das vom US-Photographen Joseph Roger O'Donnell aufgenommene Nagasaki-Bild.

Warnung aus dem Vatikan: Das vom US-Photographen Joseph Roger O'Donnell aufgenommene Nagasaki-Bild.

Vatikan

Zum Jahresende hat Papst Franziskus ein düsteres Bild gezeichnet. «Auch die Zeit des Jahres 2017 (...) haben wir Menschen in vielerlei Hinsicht mit Taten des Todes, mit Lügen und Ungerechtigkeiten verschwendet und verwundet», sagte der Pontifex in einem Gottesdienst an Silvester im Petersdom. «Kriege sind der ungeheuerliche Ausdruck dieses rückfälligen und irrwitzigen Stolzes.»

Vor dem Jahreswechsel warnte der Papst vor der Grausamkeit eines Atomkrieges. Dafür liess am Wochenende ein Foto verbreiten, das 1945 im japanischen Nagasaki nach dem Abwurf einer Atombombe durch die USA entstanden ist. Darauf zu sehen ist ein Junge, der seinen toten Bruder auf dem Rücken zu Grabe trägt - nach den Worten von Franziskus «die Frucht des Krieges». Der Argentinier hatte angesichts der Spannungen zwischen den USA und Nordkorea im Atomkonflikt Abrüstung gefordert.

Der Pontifex, der auch Bischof von Rom ist, dankte am Sonntag aber auch für die guten Taten des auslaufenden Jahres: Die jener Menschen, die täglich mit «kleinen, aber wertvollen Gesten» zum Wohl der Stadt beitragen. «Auch wenn diese Personen keine Nachrichten generieren, stehen sie für den Grossteil der Menschen, die in Rom leben.» Die italienische Hauptstadt macht immer wieder Schlagzeilen wegen Organisationschaos und Misswirtschaft.

Guterres ruft zu Einheit auf

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat angesichts der Konflikte und Gefahren weltweit die «Alarmstufe rot» für den Planeten Erde ausgerufen.

Als er vor einem Jahr sein Amt angetreten habe, habe er dazu aufgerufen, 2017 zu einem Jahr des Friedens zu machen, erinnerte Guterres in seiner Neujahrsansprache am Sonntag. «Leider ist das Gegenteil eingetreten». Die Konflikte hätten sich verschlimmert, neue Gefahren seien aufgetaucht.

Noch nie zuvor seit dem Ende des Kalten Krieges seien die durch Atomwaffen ausgelösten Sorgen so gross gewesen, erklärte Guterres in Anspielung auf den Konflikt mit Nordkorea weiter. «Der Klimawandel ist schneller als wir», die Ungleichheiten würden immer grösser, begleitet von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen. Guterres mahnte, die Konflikte könnten gelöst, der Hass überwunden «und unsere gemeinsamen Werte geschützt» werden. «Aber wir müssen geeint sein, um das zu schaffen.» Die Einheit sei der Weg, «unsere Zukunft hängt davon ab», fügte der UNO-Generalsekretär hinzu. (sep/sda)

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