Gegen geiles Geschäft: Papst will keine Sexfilme mehr verkaufen

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Gegen geiles GeschäftPapst will keine Sexfilme mehr verkaufen

Die deutsche katholische Kirche verdient über den «Weltbild»-Verlag Geld mit deftiger Erotik. Nun hat sich Papst Benedikt XVI. eingeschaltet. Steht der Medienkonzern bald zum Verkauf?

von
phi

Rund 2500 erotische Titel sind beim «Weltbild»-Verlag im Angebot – von «Schlampeninternat» bis «Vögelbar». Eigentlich nicht der Rede wert, wenn der Milliarden-Konzern nicht der katholischen Kirche gehörte: Zwölf Bistümer, der Verband der Diözesen und die Soldatenseelsorge Berlin teilen sich den Besitz. Kritik an dem Geschäftsgebaren gibt es schon lange: Das Erzbistum Köln hat seine «Weltbild»-Anteile 2008 an den Diözesen-Verband abgegeben und fordert auch die anderen Bistümer auf, es den Rheinländern gleichzutun.

«Weltbild» selbst bemüht sich, sein Image sauber zu halten. Erotik-Bücher machen nach Verlagsangaben nur 0,017 Prozent des Umsatzes aus, berichtet die «Welt». Der «Droemer Knaur»-Verlag, der zur Hälfte «Weltbild» gehört, beziffert den Anteil auf 0,3 Prozent. Doch diese Zahlen scheinen Papst Benedikt XVI. nicht zu besänftigen. Bei dem Empfang des neuen deutschen Botschafters in Rom kündigte er an, Prostitution und «Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken».

Das Kirchenoberhaupt wolle darauf achten, «dass der notwendige Einsatz gegenüber diesen Missständen seitens der katholischen Kirche in Deutschland vielfach entschiedener und deutlicher erfolgt», so die «Welt». Nun wird spekuliert, ob ein Verkauf des Verlages das Dilemma lösen könnte. 2008 war eine Veräusserung bereits erwogen worden, kam dann aber wegen der Finanzkrise nicht zustande.

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