Parfüms: Preiskampf tobt – Migros baut Angebot aus
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Parfüms: Preiskampf tobt – Migros baut Angebot aus

Parfüm ist in der Schweiz teuer: Mit allen Mitteln versucht die Branche Parallelimporte zu verhindern, um ihre Margen hoch zu halten.

Ob Chanel, Hugo Boss oder Armani: Die namhaften Parfümhersteller wollen selber bestimmen, was ihre Duftwässerchen kosten, berichtet der «Sonntagsblick». Preisbrecher, die sich nicht an die Spielregeln halten, werden mit einem Lieferboykott belegt und gezwungen, sich als Parallelimporteur zu betätigen. So geschehen mit Denner: Weil gut riechen beim Discounter bis zu 60 Prozent billiger ist als bei der Konkurrenz, muss Denner-Chef Philippe Gaydoul im Ausland einkaufen. Um die Bezugsquelle vor Sanktionen der Hersteller zu schützen, entfernt Denner in aufwändiger Kleinarbeit einen Geheimcode, der Rückschlüsse auf den Lieferanten zuliesse. Die Produzenten haben dennoch einen Weg gefunden, die günstige Ware vom Kunden fern zu halten: Sie kaufen einfach die Regale der Discounter leer.

Einfacher hats die Migros: Ihr Lieferant entfernt die Geheimcodes schon vorher. «Wir sind erst im Oktober richtig ins Parfümgeschäft eingestiegen», erklärt Migros-Sprecher Urs Peter Naef gegenüber 20 Minuten. Und das Geschäft läuft gut. So gut, dass der orange Riese sein Sortiment kräftig aufgestockt hat: Zurzeit werden 700 Parfüms von 50 Herstellern zu Discountpreisen angeboten.

Franco Tonozzi

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