Aktualisiert 23.10.2003 10:24

Paris: Chemie-Anschlag geprobt

Mit rund 500 Feuerwehrleuten, Rettungskräften, Sicherheitsbeamten und Bahnangestellten haben die französischen Behörden in der Nacht einen Chemie-Anschlag in der Pariser U-Bahn simuliert.

Sämtliche Eingreifpläne und Schutzmassnahmen der Regierung hätten nur dann Sinn, wenn sie ständig getestet und bewertet würden, sagte der französische Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin während der knapp vierstündigen Schutzübung in der Métro-Haltestelle Invalides. Deshalb seien derartige Übungen wichtig.

Raffarin wurde von Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy begleitet, der für das kommende Jahr weitere Katastrophenübungen ankündigte. Ein ähnliches Manöver hatten die britischen Behörden am 7. September in London vorgenommen, allerdings nicht mitten in der Nacht.

Als Schauplatz der simulierten Chemie-Attacke war die Métro-Station Invalides auf der linken Seite der Seine ausgesucht worden, die nicht weit von der Nationalversammlung entfernt liegt. Die Station wird täglich von rund 36 000 Menschen passiert.

Die Statisten sollten sich so verhalten, als seien sie von einem Giftgasangriff betroffen, wie er im März 1995 von Sektenmitgliedern in Tokio verübt wurde. Damals waren zwölf Menschen ums Leben gekommen und tausende verletzt worden. Vor einem Jahr beschloss die französische Regierung den «Piratox»-Plan, der die Massnahmen für den Fall eines Chemie-Anschlags festlegt. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.