Fünf verletzte: Pariser Vorort brennt – wegen Burka-Verbot
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Fünf verletztePariser Vorort brennt – wegen Burka-Verbot

Autos und Container stehen in Flammen, Bushäuschen werden beschädigt: In einem Vorort von Paris toben seit zwei Tagen Krawalle – Grund ist offenbar das nationale Schleierverbot.

von
jbu

Die Polizei-Kontrolle einer Frau mit Burka hat in der französischen Gemeinde Trappes westlich von Paris Ausschreitungen vor einer Polizeistation ausgelöst. Beteiligt waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Samstag rund 250 überwiegend Jugendliche. In der Nacht zum Sonntag kam es erneut zu Gewalttätigkeiten. In Trappes und den benachbarten Gemeinden Guyancourt und Maurepas wurden rund 20 Fahrzeuge in Brand gesetzt.

Am Freitag schirmte die Polizei ihre Station in Trappes mit Einsatzfahrzeugen ab. Die Protestierenden hätten Steine geworfen und Feuerwerkskörper abgeschossen, hiess es. Nach einem Tränengaseinsatz verhaftete die Polizei mehrere Randalierer. Ein Jugendlicher wurde von einem Geschoss bisher unbekannter Herkunft schwer verletzt.

«Inakzeptabel»

Frankreichs Innenminister Manuel Valls nannte die Gewalttätigkeiten «inakzeptabel». Am Sonntag zeigte er sich entschlossen, alle unerbittlich zu bekämpfen, «die Ordnung, Institution, öffentliches oder privates Eigentum angreifen und Demokratie, Werte und Zusammenhalt der Gesellschaft untergraben».

Auslöser der Proteste war die Überprüfung der verhüllten Frau durch die Polizei am Donnerstagabend. In Frankreich ist das Tragen von Burkas oder anderen Verschleierungen in der Öffentlichkeit verboten. Ihr Mann soll gegen die Kontrolle protestiert und einen Polizisten direkt angegriffen haben. Daraufhin wurde der 21-Jährige festgenommen. (jbu/sda)

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