Schulhäuser in Winterthur: Parkgebühren via App sorgen für Ärger
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Schulhäuser in WinterthurParkgebühren via App sorgen für Ärger

Wer bei den Winterthurer Schulhäusern parkieren will, muss neu zahlen - und zwar via App oder Internet. Gelegentliche Parkplatz-Nutzer ärgern sich über das «komplizierte System».

von
rom
Monats- oder Jahresbewilligungen muss man an der Windschutzscheibe anbringen.

Monats- oder Jahresbewilligungen muss man an der Windschutzscheibe anbringen.

Ab dem 1. August wird das Parkieren auf allen Schulanlagen von Winterthur kostenpflichtig. Eine Stunde kostet 1 Franken, Monatsbewilligungen 25 und Jahresbewilligungen 250 Franken. Um zu bezahlen, müssen selbst gelegentliche Nutzer - also auch jene, die nur eine Stunde parkieren wollen - auf eine App oder das Internet zurückgreifen. Hierfür muss man sich einmalig registrieren, wie die Stadt Winterthur am Dienstag mitteilte.

«Die Stadt schiesst damit wieder mal den Vogel ab», sagt Janine Müller (Name geändert), die einen der Schulhaus-Parkplätze wegen Kursen ab und zu frequentiert. Sie ärgert sich über die «komplizierte» Handhabung: «Das ist eine Diskriminierung von allen, die kein Smartphone besitzen oder mit der ganzen Internet-Welt überfordert sind.» Wenn man schon Parkgebühren erhebe, solle man bitte auch eine Parkuhr aufstellen.

Stadt prüft Einsatz von Automaten

Bloss: Die 720 Parkplätze, um die es geht, sind auf rund 100 Standorte verteilt. «Entsprechend ist es aus Kostengründen nicht möglich, überall einen Automaten aufzustellen», sagt der zuständige Stadtrat Stefan Fritschi (FDP). Ein solcher koste zwischen 10'000 und 20'000 Franken. Man prüfe aber den Einsatz an 5 bis 10 Standorten mit hohen Frequenzen - beispielsweise bei den Schulhäusern Oberseen, Steinacker, Mattenbach und Wallrüti.

Auch den Vorwurf, das Bezahlen der Gebühren per App sei eine Diskriminierung, lässt der Schulvorsteher nicht gelten: «Man braucht nicht zwingend ein Smartphone - ein normales Handy genügt für ein SMS.» Einzig die Registrierung übers Internet sei nicht zu umgehen. «Doch das ist ganz einfach - ich habe es selber ausprobiert», so Fritschi. Parkingcard ist ein schweizweit angewandtes System für die elektronische Abwicklung von Parkgebühren und Bewilligungen. Andere Städte wie etwa St. Gallen oder auch einzelne Parkhäuser setzen bereits darauf.

Eine Vorgabe des Parlaments

Die neuen Parkgebühren stehen in Zusammenhang mit dem seit Februar gültigen Parkplatzreglement für das Personal der Stadt. Dieses muss neu fürs Parkieren bezahlen - so wollte es der Grosse Gemeinderat im Rahmen der Budgetdebatte vom Dezember 2013. Dazu gehört, dass auch externe Nutzer der Schulanlage ihr Auto nicht mehr gratis abstellen dürfen.

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