Happiger Aufschlag : Parkieren in Zürich wird wohl massiv teurer
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Happiger Aufschlag Parkieren in Zürich wird wohl massiv teurer

Drei statt zwei Franken pro Stunde – und das auch am Sonntag: So wollte der Zürcher Stadtrat die Parkplatz-Gebühren erhöhen. Nun haben die Parteien einen Kompromiss ausgehandelt.

von
som
Bald müssen Autofahrer in Zürich wohl mehr Geld in die Parkuhr werfen.

Bald müssen Autofahrer in Zürich wohl mehr Geld in die Parkuhr werfen.

Keystone/Ennio Leanza

Der Aufschrei war vor allem bei den bürgerlichen Parteien gross, als der Stadtrat im Oktober 2014 eine Erhöhung der Parkgebühr auf den Zürcher Strassen beantragte. Die gemeinderätliche Spezialkommission Polizeidepartement/ Verkehr hat nun am Donnerstag darüber diskutiert und in Absprache mit Polizeivorsteher Richard Wolff einen breit abgestützten Kompromiss gefunden, wie sie mitteilte. Nur die SVP lehnte diesen ab.

Auf den ersten Blick ist dieser wohl für Autofahrer wenig erfreulich, denn die Parkgebühren in den Hochtarifszonen steigen fast so, wie es der Stadtrat vorgeschlagen hat: So soll neu wie beantragt eine halbe Stunde Parkieren 1 statt 0.50 Franken und eine Stunde 3 statt 2 Franken kosten. Nur wer drei Stunden parkiert, muss neu 9.50 statt 8 Franken bezahlen – der Stadtrat wollte dafür 12 Franken verlangen.

Zürich-West ist neu Hochtarifgebiet

Immerhin werden die Hochtarifgebiete im Vorschlag nur auf Zürich-West ausgedehnt. Wäre es nach dem Stadtrat gegangen, so sollte zu den bestehenden Hochtarifgebieten in der Innenstadt und Oerlikon noch Oerlikon-Nord, Zürich-West und die Enge dazukommen.

Ebenfalls wollte der Stadtrat, dass Autofahrer von Montag bis Sonntag bis 21 Uhr Geld in die Parkuhr werfen. Im Kompromissvorschlag bleibt der Sonntag aber weiterhin gebührenfrei, während das Parkieren von Montag bis Samstag zwischen 9 und 20 Uhr kostet. Im neuen Hochtarifgebiet Zürich-West müssen die Partygänger aber von Donnerstag ab 20 Uhr bis Sonntag um 9 Uhr durchgehend bezahlen.

Gemeinderat stimmt am 18. März darüber ab

Wie Kommissionspräsident Roger Tognella (FDP) auf Anfrage sagte, diskutiert der Gemeinderat am 2. März über den Kompromissvorschlag und stimmt am 18. März darüber ab. Ob die SVP nach einer voraussichtlichen Zustimmung im Gemeinderat das Referendum ergreifen wird, ist noch unklar.

Tognella ist zwar froh, dass man nach langer Diskussion diese Einigung gefunden hat: «Aus bürgerlicher Sicht wäre mir der Status quo vor allem bei den Parkgebühren aber lieber gewesen – immerhin bleibt der Sonntag gratis.»

Grüne sind zufrieden

Kommissionsmitglied Markus Knauss (Grüne) ist hingegen froh, dass die Parkgebühren steigen: «So werden die Leute statt das Auto eher den Zug nach Zürich nehmen.» Auch sonst könne er gut mit dem Kompromiss leben, obwohl er hinter der vom Stadtrat vorgeschlagenen Gebührenerhöhung gestanden sei.

Er und Gian von Planta (GLP) verlangten bereits 2012 in einer Motion höhere Tarife in der Innenstadt. Der Gemeinderat überwies diese, worauf der Stadtrat im letzten Jahr die Preiserhöhung beantragte.

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