Ungerechtfertigte Parkbusse - Parkplatz bezahlt, gebüsst, aber jetzt entschuldigt sich die Polizei
Aktualisiert

Ungerechtfertigte Parkbusse Parkplatz bezahlt, gebüsst, aber jetzt entschuldigt sich die Polizei

Ein Mann aus Obwalden hatte trotz bezahlter Parkgebühr eine Busse unter dem Scheibenwischer. Seine Beschwerde blitzte ab und nun gibt es ein glückliches Ende.

von
Nathan Keusch
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Alberto De Sousa erhielt eine Parkbusse, obwohl er Geld in die Parkuhr geworfen hatte.

Alberto De Sousa erhielt eine Parkbusse, obwohl er Geld in die Parkuhr geworfen hatte.

Alberto De Sousa
Er wollte ein Parkbillett für fünf Stunden lösen. Kostenpunkt: Zehn Franken.

Er wollte ein Parkbillett für fünf Stunden lösen. Kostenpunkt: Zehn Franken.

20min/Nathan Keusch
Nach 8.40 Franken ging ihm das Münzgeld aus und die Parkuhr beendete die Transaktion, bevor De Sousa weiteres Geld einwerfen konnte. Das Geld sollte für vier Stunden Parkzeit reichen.

Nach 8.40 Franken ging ihm das Münzgeld aus und die Parkuhr beendete die Transaktion, bevor De Sousa weiteres Geld einwerfen konnte. Das Geld sollte für vier Stunden Parkzeit reichen.

20min/Nathan Keusch

Darum gehts

  • Ein 42-jähriger Autofahrer bekam eine Parkbusse, obwohl er für sein Billett bezahlt hatte.

  • Seine Beschwerde stiess bei der Polizei zunächst auf taube Ohren.

  • Jetzt sieht die Polizei ihren Fehler ein.

Alberto De Sousa (42) ärgert sich über eine Parkbusse, die ihm aufgebrummt worden war, obwohl er Münzen in die Parkuhr geworfen hatte. Anfang Oktober wollte De Sousa das letzte sonnige Wochenende mit einer Rundfahrt auf dem Vierwaldstättersee geniessen. Also fuhr der Obwaldner mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Luzern und stellte seinen Skoda kurz um 10.45 Uhr bei der Ufschötti ab.

An einer Parkuhr der Digitalparking AG kam es dann zum Zwischenfall. Für die fünf Stunden Parkzeit wären zehn Franken fällig gewesen. «Ich habe zuerst meine Autonummer eingegeben und dann das Geld eingeworfen», erzählt De Sousa. Nach 8.40 Franken sei ihm das Münz ausgegangen. Seine Frau sei dann rasch zum Auto zurückgegangen, um den Restbetrag zu holen. Diese kurze Verzögerung hätte gereicht, dass der Parkautomat wieder ins Menu zurücksprang. «Das Geld war einfach weg und ich hatte ein Guthaben von null Minuten Zeit zum Parken.»

Polizei pocht auf Busse

«Die Parkuhr finalisiert die Transaktion nach 30 Sekunden Inaktivität», erklärt Reto Schläpfer, technischer Direktor der Digitalparking AG. «Der Parkierende kriegt die Zeit aber im Hintergrund gutgeschrieben. Dies können aber nur Kontrollierende einsehen», wie er weiter sagt. Einen gedruckten Beleg gibt es an den Parkuhren bei der Ufschötti nicht. Wer mit Bargeld bezahlt, könne nach der erfolgreichen Transaktion einen Beleg über einen URL-Code abrufen, erklärt Schläpfer. Wenn die Zeit für die Parkuhr-Transaktion beendet ist, gibt es für den Parkierenden keine Möglichkeit mehr, an einen Beleg zu kommen.

Das war dann auch das Pech für De Sousa: Als er von der Schiffsrundfahrt zurückkam, klebte eine Busse unter seinem Scheibenwischer. Ausgestellt wurde sie um 12.34 Uhr. Mit dem eingeworfenen Betrag wäre die Zahlung für den Parkplatz zu diesem Zeitpunkt aber noch gültig gewesen. Darum beschwerte er sich bei der Luzerner Polizei. Dieser Einwand blieb allerdings erfolglos. «Zum Zeitpunkt der Kontrolle war für das Fahrzeug keine Zahlung aktiv», steht in der Antwort der Polizei. So zahlte der 42-Jährige die aufgebrummten 40 Franken zähneknirschend und wütend ein.

Jetzt bekommt De Sousa sein Geld zurück

Recherchen von 20 Minuten haben ergeben, dass um 10.45 Uhr ein Betrag von 8.40 Franken für ein Auto mit Obwaldner Nummernschild bezahlt wurde. Deshalb nahm die Luzerner Polizei den Fall nochmals genau unter die Lupe. Einem Polizisten sei ein Eingabefehler bei der Kontroll-App unterlaufen, erklärt Sprecher Christian Bertschi. «Aufgrund dessen zeigte es an, dass für das betreffende Fahrzeug keine Parkgebühren bezahlt worden sind.» Bertschi geht von einem bedauerlichen Einzelfall aus. «Wir entschuldigen uns in aller Form bei Herrn De Sousa für die Unannehmlichkeiten. Wir werden die Busse selbstverständlich stornieren und den Bussenbetrag zurückerstatten», sagt er.

De Sousa freut sich über die Entschuldigung der Polizei. Er sagt: «Es geht mir nicht ums Geld.» Viel mehr störte ihn das aggressive Geschäftsmodell rund um die Parkplatzbewirtschaftung in der Stadt. De Sousa: «In Zukunft zahle ich meine Parkgebühren nur noch über eine App, so hat man wenigstens einen Beleg für die Zahlung in den Händen und kann sich gegen ungerechtfertigte Bussen zur Wehr setzen.»

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