Parkplatzmörder Berisha an Schweiz ausgeliefert

Aktualisiert

Parkplatzmörder Berisha an Schweiz ausgeliefert

Der als «Parkplatzmörder» von Dübendorf verdächtigte Kosovo-Albaner Bashkim Berisha ist zurück in der Schweiz. Der 26-Jährige soll 2005 im Streit einen Mazedonier erschossen haben.

Berisha sei von der Uno-Übergangsverwaltung im Kosovo an die Schweiz ausgeliefert worden, teilte das Bundesamt für Justiz mit. Der ursprünglich serbisch-montenegrinische Staatsangehörige traf am Mittwoch in Begleitung von vier Beamten der Zürcher Kantonspolizei in Zürich ein. Er wird in den nächsten Tagen erstmals einvernommen, wie der zuständige Staatsanwalt Jaroslav Jokl auf Anfrage sagte.

Als dritte und letzte Instanz hatte das Oberste Gericht der UNO- Übergangsverwaltung (Unmik) im Kosovo Ende Mai die Auslieferung bewilligt. Berisha war nach seiner Flucht aus der Schweiz im Oktober 2005 bei einer Verkehrskontrolle in der Gegend von Peja im Kosovo festgenommen worden.

Auf Ersuchen der Schweiz wurde er in Auslieferungshaft genommen, worauf auf Antrag der Zürcher Staatsanwaltschaft ein Auslieferungsgesuch gestellt wurde.

Bekannter Thai-Boxer mit Gewaltproblem

Zur Auslieferung musste die Schweiz besondere Bedingungen erfüllen, da gemäss Europäischem Auslieferungsüberneinkommen die Vertragsparteien nicht verpflichtet sind, eigene Staatsangehörige auszuliefern. So musste die Zürcher Staatsanwaltschaft ein spezielles Beweisdossier zur Tat Berishas nachliefern, was die lange Verzögerung erklärt.

Berisha, der in Winterthur wohnte, wird beschuldigt, in der Nacht vom 11. Februar 2005 auf einem Parkplatz in Dübendorf im Streit einen 26-jährigen Mazedonier erschossen zu haben. Das Opfer erlag kurze Zeit später im Spital seinen Verletzungen.

Berisha war in Sportkreisen bekannt als talentierter Tahi-Boxer. 2002 erkämpfte er sich gar einen Weltmeistertitel. Über Berishas sportlichen Erfolge drehte der Regisseur Vadim Jendreyko 2001 einen Film, in dem Berisha versucht, mit Thai-Boxen sein Gewaltproblem zu bewältigen. (sda)

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