Gesundheitscheck: Parlamentarier leiden kaum unter Stress
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GesundheitscheckParlamentarier leiden kaum unter Stress

Natalie Ricklis Burnout zum Trotz: Parlamentarier sind grundsätzlich weniger gestresst als der Normalbürger. Dafür neigen Politiker zu Übergewicht. Dies zeigt ein Gesundheitscheck.

von
jep
Ausgebrannt: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. Viele ihrer Parlamentskollegen sind laut einem Gesundheitstest weit weniger gestresst.

Ausgebrannt: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. Viele ihrer Parlamentskollegen sind laut einem Gesundheitstest weit weniger gestresst.

Während SVP-Nationalrätin Natalie Rickli ihr Burnout fern des Bundeshauses auskuriert, zeigt sich: Den Politbetrieb empfinden längst nicht alle Parlamentarier als so stressig wie die 35-Jährige. So hat die Auswertung eines Gesundheitschecks während der letzten Session im Juni ergeben, dass die National- und Ständeräte nicht unter einer sehr grossen Stressbelastung leiden. Zur Zeit als die Session in vollem Gange war und die Parlamentarier von einem Termin zu nächsten hetzten, waren sie gar weniger gestresst als die ebenfalls befragte Berner Bevölkerung.

Die Projektleiter, welche die Messung unter dem Patronat der Gesundheitsförderung Schweiz und des Vereins Stressmanagment durchführten, versuchen das Ergebnis damit zu erklären, dass Parlamentarier wahrscheinlich berufsbedingt stressresistenter sind und bessere Stressbewältigungsstrategien anwenden.

Zu schwer und zu viel Bauch

Im Gegensatz zur Arbeitsbelastung, scheinen Empfänge und Gala-Dinners bei den Parlamentariern mehr Spuren zu hinterlassen. Sowohl beim Blutdruck als auch beim Gewicht schnitten die National- und Ständeräte eher schlecht ab. Beim unteren Blutdruck sogar deutlich schlechter als die Bevölkerung. Ein permanent hoher Blutdruck kann zur Entstehung von Angina pectoris führen und schlussendlich zu einem Herzinfarkt. Helfen können gesunde Ernährung und mehr Bewegung.

Mehr Bewegung könnte auch all jenen helfen, die zu viel Gewicht auf den Rippen tragen. Laut Messung tragen die Hälfte der befragen Politiker ein Bauchgewicht im grenzwertigen Bereich mit sich rum, 34 Prozent gar im ungünstigen. Beim Body-Mass-Index wiesen 39 Prozent der Befragen einen ungünstigen Wert auf, 9 Prozent waren übergewichtig und 2 Prozent untergewichtig - wobei keine Männer in die letzte Kategorie fallen.

66 Parlamentarier gemessen

Im Juni liessen sich anlässlich des Parlamentarier Gesundheitstags in Bern Politiker aller Parteien sowie Passanten ihre Gesundheitsparameter messen. Insgesamt wurden während zwei Tagen die Gesundheitsparameter von 201 Personen, davon 66 Parlamentarier und 135 Passanten, durch medizinische Fachpersonen erfasst. In erster Linie wurden die bekannten Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen gemessen und ausgewertet: Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Taillen-Hüft-Verhältnis, Body-Mass-Index und Stress. Der Gesundheitstag wurde auf Initiative Firmen Janssen, Hirslanden, Johnson & Johnson, Lifescan und Piz Buin ins Leben gerufen.

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