Parmalat machte Geschäfte mit der italienischen Mafia
Aktualisiert

Parmalat machte Geschäfte mit der italienischen Mafia

Das italienische Skandal-unternehmen Parmalat hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft offanbar auch Geschäfte mit der Mafia gemacht.

Zusammen mit der ebenfalls kollabierten Lebensmittelfirma Cirio habe Parmalat jährlich rund 200 000 Euro an die napolitanische Camorra gezahlt, um sich ein Monopol in der süditalienischen Region zu sichern, teilte Italiens Hauptmafiajäger Pierluigi Vigna am Dienstag vor Journalisten in Neapel mit.

Die Mafia hielt im Gegenzug durch Abschreckung und teilweise auch Drohungen den beiden Unternehmen potenzielle Konkurrenten vom Leib. Im Rahmen der Ermittlungen wurden laut Angaben inzwischen 18 Menschen festgenommen.

Ein Tip habe die Ermittler auf die Spur gebracht, hiess es weiter. Daraufhin seien Telefone abgehört worden. Die Gespräche hätten ergeben, dass es direkte Kontakte zwischen führenden Mitgliedern des Mafia-Clans und Topmanagern beider Unternehmen gegeben habe. Namen wurden allerdings nicht genannt.

Sowohl der inhaftierte Parmalat-Gründer Calisto Tanzi als auch der ebenfalls im Gefängnis sitzende ehemalige Cirio-Chef Sergio Cragnotti sollen zu den Mafia-Verbindungen befragt werden.

(sda)

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