Parmesan-Streit: EU verklagt Deutschland
Aktualisiert

Parmesan-Streit: EU verklagt Deutschland

Im Streit um italienischen Parmesan-Käse verklagt die EU-Kommission die deutsche Regierung - und zieht dazu 500 Jahre alte Beweisstücke heran.

Dabei geht es um die geschützte Ursprungsbezeichnung «Parmigiano Reggiano».

Berlin sorge nicht ausreichend dafür, dass diese respektiert werde, erklärte die Brüsseler Behörde am Freitag. In Deutschland werde weiterhin Käse unter dem Namen «Parmesan» verkauft, der nicht von italienischen Produzenten nach dem vorgeschriebenen Rezept für echten «Parmigiano Reggiano» produziert worden sei.

Für ihre Klage vor dem Europäischen Gerichtshof hat die Kommission offensichtlich sprachwissenschaftliche Studien betrieben. Diese reichen bis in die frühe Neuzeit zurück.

«Parmesan» sei im Deutschen nichts anderes als eine dem Französischen entlehnte Übersetzung der Bezeichnung «Parmigiano Reggiano», argumentierten die Brüsseler Beamten.

«Dies wird durch eine Reihe von Referenzwerken aus der Zeit von 1516 bis in unsere Tage sowie durch andere Elemente belegt, die die unauflösbare Verbindung zwischen den beiden Bezeichnungen deutlich machen», betonte die Kommission in ihrer Mitteilung. (sda)

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