Parteichef beleidigt Gegnerin als «Schlampe»
Aktualisiert

Parteichef beleidigt Gegnerin als «Schlampe»

Der Generalsekretär der französischen Regierungspartei UMP hat mit einer unflätigen Beleidigung einer politischen Gegnerin für helle Empörung gesorgt.

Als «Schlampe» hatte Patrick Devedjian am Donnerstag Anne-Marie Comparini von der Zentrumspartei Modem in einer Fernsehreportage bezeichnet. Der Beitrag des Senders TLM wurde noch am Abend über das Internet verbreitet. Am Freitag sah sich Staatspräsident Nicolas Sarkozy genötigt, seinen Parteikollegen zu rügen. «So redet man nicht über Frauen», sagte er. Zu möglichen Konsequenzen hielt er sich zunächst bedeckt.

Devedjian hatte sich am späten Donnerstagabend telefonisch bei Comparini entschuldigt, am Freitag wiederholte er die Entschuldigung öffentlich. «Was ich gesagt habe, war nicht das Brillanteste, das gebe ich gerne zu. Ich bedaure es zutiefst», erklärte er. Comparini sagte, sie sie schockiert über die Beleidigung. Der UMP-Generalsekretär habe einen Mangel an Respekt vor allen Frauen offenbart. Sie erhielt zahlreiche Solidaritätsanrufe, unter anderem von der früheren sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal und vom konservativen Expremier Jean-Pierre Raffarin.

In der Reportage stellt der UMP-Abgeordnete Renaud Muselier Devedjian seinen Parteifreund Michel Havard vor, der Comparini bei der Parlamentswahl vor anderthalb Wochen in Lyon geschlagen hatte. Devedjian gratulierte ihm zum Sieg. Im gleichen Atemzug bezeichnete er die unterlegene Modem-Frau als «salope» (Schlampe). Harvard versuchte vergeblich, die Ausstrahlung der Passage zu verhindern. (dapd)

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