Nach FDP-Nein: Parteien und Klubs zittern vor Stadion-Abstimmung
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Nach FDP-NeinParteien und Klubs zittern vor Stadion-Abstimmung

Das Nein zum Zürcher Stadion der FDP könnte auch andere Parteien beeinflussen. Nun fürchten sich die Fussballklubs vor einer Schlappe an der Urne.

von
Maja Sommerhalder

«Das Nein der FDP kommt überraschend, zumal die Partei im Gemeinderat noch klar für das Stadion war. Wir sind beunruhigt, da die Gegner mit falschen Behauptungen argumentieren», sagt GC-Kommunikationschef Adrian Fetscherin. Am Dienstagabend sprach sich die Parteibasis der Stadtzürcher Freisinnigen deutlich gegen einen 225-Millionen-Franken-Kredit für das Fussballstadion im Hardturm aus. Die Grünen beschlossen an ihrer Versammlung die Stimmfreigabe.

Bisher sind einzig die CVP und die SP dafür (20 Minuten berichtete). Die GLP, die AL und die SVP werden ihre Parolen noch fassen, doch auch bei diesen Parteien ist die Vorlage heftig umstritten.

Von Planta: «Bisher galt man als Gegner immer als Spassbremse»

Bereits am Donnerstag entscheidet die GLP. Gian von Planta, Fraktionschef, und bekennender Stadiongegner, freut sich über das Signal von der FDP: «Es hat mich bestätigt, dass ich nicht so falsch liege mit meinen Argumenten.» Bisher habe man als Gegner immer als Spassbremse gegolten: «Es war schwierig, vernünftig über die viel zu hohen Kosten des Projektes zu diskutieren – die öffentliche Hand kann sich das nicht leisten.»

In der GLP halten sich bisher die Stadion-Befürworter und -Gegner die Waage. Von Planta glaubt, dass das FDP-Nein höchstens die Zögerer in seiner Partei zum Umdenken bewegt: «Ich glaube deshalb, dass an unserer Mitgliederversammlung Stimmfreigabe beschlossen wird.»

Bei der Alternativen Liste ist es noch offen, wie die Basis am 27. August entscheidet, so Fraktionschef Alecs Recher: «Ich glaube aber kaum, dass sich unsere Mitglieder von der FDP-Parole beeinflussen lassen.»

Tuena: «Abstimmung wird kein Spaziergang»

Auch SVP-Fraktionschef Mauro Tuena ist gespannt, wie die Parteibasis am 22. August entscheidet: «Das Projekt wird sicher kontrovers diskutiert werden – es gibt gute Argumente für das Stadion – aber natürlich gibt es auch wie bei jeder Vorlage negative Aspekte.» Dass nach den Parolenfassungen der Parteien die Abstimmung über das Stadion kein Spaziergang werde, sei klar: «Es braucht den vollen Einsatz aller Beteiligten.»

GC will noch mehr fürs Stadion kämpfen

Beim Grasshopper Club Zürich will man diesen auch zeigen, wie Kommunikationschef Adrian Fetscherin betont: «Wir müssen den Stimmbürgern unsere Argumente noch klarer kommunizieren – schliesslich hängt am Stadion nicht nur der Profisport, sondern auch die ganze Nachwuchsarbeit, die GC und der FCZ verrichten.»

Beim Konkurrenten FCZ fährt man trotz der FDP-Parole im Abstimmungskampf weiter wie bisher. Sprecher Patrick Lienhart: «Wir mussten auch mit Widerständen rechnen, lassen uns davon aber nicht von unserem Weg abbringen und bleiben weiterhin zuversichtlich.»

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