Hombrechtikon ZH - «Partnerin qualvoll zu Tode geprügelt» – 48-Jähriger wegen Femizid vor Gericht
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Hombrechtikon ZH«Partnerin qualvoll zu Tode geprügelt» – 48-Jähriger wegen Femizid vor Gericht

In Hombrechtikon hat sich letztes Jahr ein Femizid ereignet. Der Beschuldigte muss sich am Donnerstag vor Gericht verantworten.

von
Stefan Hohler
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Beim Opfer handelte es sich um eine 44-jährige Schweizerin.

Beim Opfer handelte es sich um eine 44-jährige Schweizerin.

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Der mutmassliche Täter ist ein heute 48-jähriger Pole. An jenem Abend hatte die Frau gesagt, dass sie die Beziehung beenden möchte, was der Freund nicht akzeptierte. 

Der mutmassliche Täter ist ein heute 48-jähriger Pole. An jenem Abend hatte die Frau gesagt, dass sie die Beziehung beenden möchte, was der Freund nicht akzeptierte.

20 Minuten
Laut Anklageschrift hat er seine Freundin mit Faustschlägen und Fusstritten zu Tode geprügelt.

Laut Anklageschrift hat er seine Freundin mit Faustschlägen und Fusstritten zu Tode geprügelt.

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Darum gehts

  • Ein Mann hat letztes Jahr in Hombrechtikon seine Freundin mit Faustschlägen und Fusstritten zu Tode geprügelt.

  • Der heute 48-Jährige steht am Donnerstag nun vor Gericht.

  • Der Staatsanwalt fordert eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren.

In einer Wohnung in Hombrechtikon ZH kam es im März 2020 zu einem Femizid. Beim Opfer handelte es sich um eine 44-jährige Schweizerin mit russischen Wurzeln. Der mutmassliche Täter ist ein heute 48-jähriger Pole, von Beruf Automechaniker und Schweisser. An jenem Abend hatte die Frau gesagt, dass sie die Beziehung beenden möchte, was der Freund nicht akzeptierte und ausrastete.

Der Staatsanwalt beschreibt den Gewaltexzess als eigentlichen «Overkill». Die Fachleute sprechen dann von einer Übertötung, so die deutsche Übersetzung, wenn deutlich mehr Gewalt angewendet wird, als zur eigentlichen Tötung nötig gewesen wäre. Dies weist auf eine grosse Wut und Aggression hin.

Staatsanwalt qualifiziert Tat als Mord

In der Anklageschrift sind die über 20 Verletzungen aufgelistet: Einblutungen an Kopf, Herz und Leber, Hämatome fast am ganzen Körper, eine Reihe von Rippenbrüchen sowie Lungenverletzungen – verursacht durch wuchtige Faustschläge und Fusstritte. Die Frau erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Sie lebte zwar noch, als die Sanitäter in die Wohnung kamen, starb aber am nächsten Nachmittag im Spital.

Der Staatsanwalt qualifiziert die Tat als Mord und verlangt eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren sowie einen Landesverweis von 15 Jahren. Grund sei die verletzte Eitelkeit des Beschuldigten gewesen, welcher seine Partnerin deshalb qualvoll zu Tode prügelte. Die Verteidigerin wird ihren Strafantrag erst an der Verhandlung bekannt geben. Der Prozess findet vor dem Bezirksgericht Meilen am Donnerstag und am nächsten Montag statt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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