Aktualisiert 04.10.2019 10:39

Stadt Zürich

Party auf dem Velo ist der heisseste Fitness-Trend

Beyoncé, Jay-Z oder Madonna schwören auf Indoor-Cycling. Nun schwappt der Trend auch in die Schweiz über – eine Auswahl von aktuellen Hypes.

von
tam
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Velocity: Trainiert wird gemeinsam auf dem Velo in einem abgedunkelten Raum mit Licht- und Soundsystem.

Velocity: Trainiert wird gemeinsam auf dem Velo in einem abgedunkelten Raum mit Licht- und Soundsystem.

Jehona Abrashi/Velocity
Auf einem Bildschirm wird auf Wunsch angezeigt, wie man sich beim Training im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

Auf einem Bildschirm wird auf Wunsch angezeigt, wie man sich beim Training im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

Jehona Abrashi/Velocity
Es stehen auch sogenannte Xformer zur Verfügung.

Es stehen auch sogenannte Xformer zur Verfügung.

Stefanie Chareonbood

Atomix

Konzept: In 46 Kursen pro Woche gibt es in einer Clubatmosphäre ein Ganzkörpertraining. Auf dem Laufband werden beim intensiven Intervalltraining in der Gruppe Kalorien verbrannt. Am Boden geht es mit gezielten Übungen ums Krafttraining.

Empfehlung: Mindestens 2 Mal pro Woche, Training dauert 55 Minuten.

Preis: Einzellektion für 36 Franken, im Paket ab 27 Franken pro Lektion, Monatsabo für 320 Franken. Zwei Schnupperlektionen für 36 Franken.

Standort: Freischützgasse 10 in Zürich

Booster Transform

Konzept: Durch die Verbindung von Pilates mit Krafttraining entsteht ein Ganzkörper-Workout. Dieses wird auf einem sogenannten Megaformer ausgeführt. Auch Indoor-Cycling und ein vom Ballett inspiriertes Training stehen auf dem Programm. Insgesamt 170 Kurse gibt es jede Woche. Virtuelle Kurse sind ebenfalls verfügbar.

Empfehlung: 2 bis 3 Mal pro Woche mit Pause von 1 bis 2 Tagen, Training zwischen 25 und 50 Minuten.

Preis: Einzellektion für 41 Franken, im Paket ab 27 Franken pro Lektion, Monatsabo für 440 Franken. Schnupperlektion für 10 Franken.

Standorte: Brandschenkestrasse 30, Badenerstrasse 120 und Seefeldstrasse 281 in Zürich.

BungeeFit

Konzept: Meist in einer Gruppe findet das Training an einem kurzen Bungee-Seil statt, das an der Decke befestigt ist. Man trägt dazu ein Geschirr um den Körper. Das «Bungee Workout» ist ein fitnessorientiertes Programm. Bei «Bungee Dance» stehen Musik und der körperliche Ausdruck im Mittelpunkt.

Empfehlung: 1 bis 2 Mal pro Woche, Training dauert 45 Minuten.

Preis: 220 Franken für Kurs mit 6 Lektionen. Einsteigerkurs mit 6 Lektionen für 150 Franken.

Standorte: Flurstrasse 4b und Steinmühleplatz 1 in Zürich, Seestrasse 97 in Oberrieden, General-Wille-Strasse 61 in Feldmeilen, Oberseestrasse 101 in Rapperswil-Jona und am Zihlmattweg 46 in Luzern.

John Reed

Konzept: Live-DJs sowie ein eigener Radiosender sorgen für eine Clubatmosphäre. Über 90 virtuelle Kurse bringen Instruktoren aus Amerika nach Zürich. Daneben stehen über 50 Gruppen-Workouts zur Verfügung. Trainiert wird unter anderem auf Laufband, Hantelbank und Velo.

Empfehlung: 2 bis 3 Mal pro Woche mit Pausen von einem Tag. Training dauert 60 bis 90 Minuten.

Preis: Tageskarte für 30 Franken, Jahresabo ab 60 Franken pro Monat, Zweijahresabo ab 50 Franken pro Monat. Kostenloses Probetraining.

Standort: Thurgauerstrasse 54 in Zürich.

Open Ride

Konzept: Mit Lichtshow und elektronischer Musik wird in über zwei Dutzend wöchentlichen Klassen auf dem Velo trainiert, als ob man sich in einem Club befindet. Zum Teil gibt es auch Live-Acts.

Empfehlung: 2 bis 3 Mal pro Woche, Training dauert 45 bis 90 Minuten.

Preis: Einzellektion für 38 Franken, im Paket ab 32 Franken pro Lektion. Zwei Schnupperlektionen für 38 Franken.

Standort: Europaallee 13 in Zürich.

Sparkcycle

Konzept: Während 45 Minuten trainiert man im abgedunkelten Raum den ganzen Körper auf dem Velo unter Anleitung von Instruktoren. Dabei sollen Körper und Seele zusammenfinden. Dazu gibt es energiegeladene Musik aus verschiedenen Genres.

Empfehlung: Durchschnittlich 3 Mal pro Woche, Training dauert zwischen 45 und 90 Minuten.

Preis: Einzellektion für 38 Franken, im Paket ab 29 Franken pro Lektion. Drei Schnupperlektionen für 60 Franken.

Standort: Stockerstrasse 38 in Zürich

Velocity

Konzept: Trainiert wird gemeinsam auf dem Velo in einem abgedunkelten Raum mit Licht- und Soundsystem. Auf einem Bildschirm wird auf Wunsch angezeigt, wie man sich beim Training im Vergleich zur Konkurrenz schlägt. Es stehen auch sogenannte Xformer zur Verfügung.

Empfehlung: Mindestens 1 Mal pro Woche, Training dauert zwischen 45 und 50 Minuten.

Preis: Einzellektion für 36 Franken, im Paket ab 28 Franken pro Lektion. Zwei Schnupperlektionen für 36 Franken.

Standorte: Naphtastrasse 6 und Gutenbergstrasse 1 in Zürich, Gubelstrasse 5 in Zug.

Das sagt der Experte

Jonas Caflisch ist Sportlehrer ETH, Gründer der Indigo Fitness Clubs und Fitness-Experte von 20 Minuten.

Herr Caflisch, wieso ist Indoor-Cycling wieder ein Trend?

Indoor-Cycling gehört wie Yoga oder Pilates zu den Klassikern. Die Gründung der Marke Soulcycle in den USA hat Indoor-Cycling plötzlich von einem gewöhnlichen Gruppenkurs zu einem sexy Fitness-Angebot für die urbanen Amerikaner gemacht – vor allem in New York und Los Angeles. Viele wollen diesen Erfolg kopieren.

Wie gross ist der Trainingseffekt?

Ich persönlich halte sehr viel davon. Es ist ein sehr gutes Training für die Ausdauer, bei dem ein Instruktor das Training auf die Teilnehmer abstimmen kann. Man darf keine Wunder in Sachen Kraft- oder Muskelaufbau erwarten – auch wenn Übungen mit Hanteln oder andere Kraftübungen eingebaut werden. Indoor-Cycling auch in Kombination mit Kraftübungen kann ein gezieltes Krafttraining in keiner Weise ersetzen. Auch die Koordination kommt eher zu kurz.

Welche Rolle spielen Licht und Musik beim Training?

Vor allem Musik hat erwiesenermassen einen ziemlich grossen Einfluss auf die Leistung und Motivation beim Training. Der Einsatz von Lichteffekten ist wohl eher Geschmackssache und nicht unbedingt massentauglich.

Warum spricht man bei diesen Studios oft englisch?

Die meisten dieser neuen Fitnesstrends kommen aus den USA oder den UK. Daher legen viele Betreiber von diesen neuen Studios Wert darauf, dass ein internationales Flair entsteht mit Englisch als Hauptsprache. Teilweise sind die Websites sogar nur auf Englisch verfügbar. Das geschieht meiner Meinung nach vor allem aus Marketing-Gründen. So kann mein ein urbanes, junges Publikum ansprechen.

Wie sollen Anfänger beginnen?

Ich empfehle, verschiedene Angebot zu testen und zu schauen, welches Angebot einem zusagt. Das Schöne an diesen neuen Angeboten ist, dass man sie meistens relativ bequem und unkompliziert testen kann. Man zahlt zudem oft nur pro Besuch. Aber: Die jährlichen Kosten können sehr viel höher sein als bei normalen Fitnessclubs, wenn man häufiger als zweimal pro Woche trainieren geht.

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