UNO-Drogenbericht: Partydrogen verdrängen Kokain
Aktualisiert

UNO-DrogenberichtPartydrogen verdrängen Kokain

Die Produktion von Heroin und Kokain geht weltweit zurück, während illegal hergestellte Aufputschmittel immer mehr Abnehmer finden. Das hat auch die Mafia gemerkt.

Die Zahl der Konsumenten von Partydrogen auf Amphetaminbasis wird auf bis zu 40 Millionen geschätzt. Damit könnte diese Gruppe bald grösser sein als der Kreis jener, die nach Opiaten und Kokain süchtig sind. Das geht aus dem neuen Jahresbericht des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervor.

Laut UNODC ist die Anbaufläche für Opium seit zwei Jahren um fast ein Viertel gesunken. Die Herstellung von Kokain sei um rund 18 Prozent gefallen. Aus Afghanistan stammen weiter 90 Prozent des Rohopiums für den Heroinmarkt. Mehr als 12'000 Tonnen würden noch im Land gelagert, lautet die Annahme des UNODC. Das entspreche in etwa den Ernten aus zweieinhalb Jahren.

In den USA stellte das Büro der Vereinten Nationen einen deutlichen Rückgang beim Konsum von Kokain fest. «Ein Grund für die Bandenkriege in Mexiko liegt darin, dass Drogenkartelle um Anteile in einem schrumpfenden Markt kämpfen», sagte der Leiter des UNODC, Antonio Maria Costa bei der Vorstellung des Berichts am Mittwoch.

Mehr Kokain in Europa

In Europa sei dagegen mehr Kokain im Umlauf. Das habe auch zu neuen Schmuggelrouten für den Suchtstoff von den Andenstaaten über Westafrika nach Europa geführt. Die Mafia stieg wegen der vergleichsweise billigen Herstellung in geheimen Labors ins grosse Geschäft mit synthetischen Aufputschmitteln ein.

Die Drogenfabriken im Untergrund können laut UNODC direkt auf die Nachfrage nach bestimmten Stoffen reagieren und diese produzieren. Auch die Vertriebswege zwischen Hersteller und Konsument seien kurz, wodurch für die Behörden das Aufspüren des Rauschgifts erschwert werde.

Cannabis ist dem Bericht zufolge weiter die Droge mit grössten Verbreitung. Sie wird in nahezu jedem Land angebaut. Das UNODC geht davon aus, dass 130 bis 190 Millionen Menschen Cannabis mindestens einmal pro Jahr rauchen, auch wenn diese Zahl nichts darüber aussagt, wie viele von der Substanz abhängig sind. (sda)

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