15.07.2020 10:14

Clubs schlagen Alarm«Partygänger feiern lieber illegal als mit Maske im Club»

Die Basler Club-Szene kritisiert in einem offenen Brief an die Regierung die Verschärfung der Corona-Massnahmen. Diese kämen überstürzt und zudem sei fragwürdig, ob sie den gewünschten Effekt erzielen.

von
Lukas Hausendorf
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«Es trifft uns hart, aber gleichzeitig ist uns bewusst, dass dies Teil einer neuen Realität ist, der wir uns stellen müssen», sagt Club-Chef Valentin Aschwanden. «Events werden wie geplant stattfinden, es wird aber eine Maskenpflicht geben.»

«Es trifft uns hart, aber gleichzeitig ist uns bewusst, dass dies Teil einer neuen Realität ist, der wir uns stellen müssen», sagt Club-Chef Valentin Aschwanden. «Events werden wie geplant stattfinden, es wird aber eine Maskenpflicht geben.»

Das Viertel
Im renommierten Basler Club Nordstern bleibt die Tanzfläche leer. Schweren Herzens schliesse man bis auf weiteres, teilte der Club in den sozialen Medien mit.

Im renommierten Basler Club Nordstern bleibt die Tanzfläche leer. Schweren Herzens schliesse man bis auf weiteres, teilte der Club in den sozialen Medien mit.

Nordstern
Die geplanten Veranstaltungen auf dem Deck des Club-Schiffs auf dem Rhein finden aber statt.

Die geplanten Veranstaltungen auf dem Deck des Club-Schiffs auf dem Rhein finden aber statt.

 Nordstern Basel

Darum gehts

  • Basler Clubs kritisieren die Regierung, die per 9. Juli eine Maskenpflicht für Lokale mit mehr als 100 Besuchern erlassen hat.
  • Das Contact-Tracing habe lückenlos funktioniert, dies nun zugunsten der Maskenpflicht über Bord zu werfen sei nicht effektiv.
  • Statt mit Maske feiern viele nun lieber an illegalen Partys, wo es keine Kontaktlisten gebe.

«Die Nachtkultur kämpft ums Überleben.» Mit dramatischen Worten wenden sich Vertreter des Basler Nachtlebens in einem offenen Brief an die Regierung. Diese hat vor einer Woche vorsorglich wieder die Corona-Bestimmungen verschärft und für Clubs und Bars zusätzliche Schutzmassnahmen verordnet: Ab 100 Personen gilt Maskenpflicht in Bars und Clubs.

Man werde sich selbstverständlich daran halten, versichern die Betroffenen im offenen Brief. Darin kritisieren sie die neue Verfügung aber auch. «Dass wir nach dessen Einführung auf das mittlerweile gut funktionierende Konzept des Contact-Tracing zugunsten einer eher schwer durchsetzbaren Maskenpflicht ganz verzichten sollen, halten wir für fragwürdig.»

Anlässlich der Kontrollen des Gesundheitsdepartements hätten Basler Bars und Clubs unter Beweis gestellt, dass die Schutzkonzepte lückenlos umgesetzt worden seien. «Einige von uns haben die Korrektheit der Daten für das Contact-Tracing freiwillig verifiziert, und zwar lange bevor dies am 6. Juli zur Pflicht erklärt wurde.»

Lieber illegal feiern, als mit Maske im Club

Die Basler Clubs haben zudem Zweifel an der Durchsetzbarkeit der Maskenpflicht in ihren Lokalen, für die sie in der neusten Verordnung verantwortlich und haftbar gemacht werden. Vielmehr fürchte man, dass die Gäste für Partys auf «unkontrollierte Orte» ausweichen, während der «Safe Space» eines professionell geführten Betriebs wirtschaftlich in Bedrängnis gebracht werde. «Das erste Wochenende mit Maskenpflicht hat gezeigt, dass die Besucher lieber am Rheinbord oder an illegalen Partys teilnehmen, als einen Club mit Maske zu besuchen.»

Die Clubs verlangen nun von der Regierung, dass die neuen Restriktionen regelmässig überprüft werden und sie stärker in die Entscheide einbezogen werden. Nur so seien sinnvolle und umsetzbare Massnahmen möglich.

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76 Kommentare
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Härter ist besser

15.07.2020, 13:33

Ich finde diese Leute sollte man am Ende ganz klar verhaften !!

beumli

15.07.2020, 13:24

wer stundenlang nach dem selben rhythmus rumhüpft ist eh entschuldigt, was aber noch mehr stöhrt solche egoisten wollen die zukunft mitgestalten da bleibt nur kopfschütteln viel vergnügen

Sonnenblume

15.07.2020, 11:43

Macht endlich die Clubs und die Grenzen zu Hochrisikoländer zu, dann braucht es auch keine Maskenpflicht. Der weitaus grösste Teil der Neuinfektionen sind importiert und aus Clubs, also sollte man der Situation angepasst reagieren und nicht blinden Aktionismus an den Tag legen.