Basel - Partyvolk feiert maskenfrei und unbehelligt von der Polizei
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BaselPartyvolk feiert maskenfrei und unbehelligt von der Polizei

Basels zurzeit angesagtester Club ist eine Landeplattform an der Uferstrasse beim Hafen. Über 100 Partygänger ravten dort am Wochenende unbehelligt von der Polizei. Diese markierte viel Präsenz – anderswo in der Stadt.

von
Lukas Hausendorf

Maskenfrei feiern am Hafen: An der Uferstrasse fand am Wochenende wieder eine illegale Party statt.

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Basels zurzeit beliebtester und einziger geöffneter Club heisst Uferstrasse. Auf einer grossen Landestelle für Schiffe, abgeschirmt von einem grossen Lagerkomplex, wird jedes Wochenende gefeiert. Die illegalen Raves ziehen Partyvolk aus dem ganzen Dreiländereck an. Auch dieses Wochenende wummerten zum Sonnenuntergang wieder die Bässe am Klybeckquai, wie das Video eines News-Scouts zeigt. Es wird gefeiert, ohne Maske und ohne Abstand.

Die Kantonspolizei hat nicht interveniert. Das bestätigt sie auch auf Anfrage. «Die Polizei hat, als sie einer Meldung nachgegangen ist, dort bereits eine andere Situation als die geschilderte angetroffen», führt Mediensprecher Martin Schütz aus. Sprich: Als die Polizei dann auftauchte, war die Party schon vorbei.

Schütz erklärt die Nicht-Intervention auch mit der Prioritätensetzung der Polizei. Die Polizei habe im ganzen Stadtgebiet Präsenz zeigen müssen, namentlich auch entlang des gesamten Rheinbords. «Das zwingt auch zu Priorisierungen, beispielsweise mit Blick auf notwendige Gefahrenabwehr oder Verhältnismässigkeit», erklärt Schütz.

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Die grosse Plattform am Rheinufer ist diesen Frühling zum Freiluft-Club avanciert. An Wochenenden finden hier regelmässig Raves statt.

Die grosse Plattform am Rheinufer ist diesen Frühling zum Freiluft-Club avanciert. An Wochenenden finden hier regelmässig Raves statt.

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Ende März feierten über 100 Partygänger, ohne das die Polizei intervenierte.

Ende März feierten über 100 Partygänger, ohne das die Polizei intervenierte.

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Anwohner stören sich an  den Abfallbergen, die das Partyvolk hinterlässt.

Anwohner stören sich an den Abfallbergen, die das Partyvolk hinterlässt.

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Das passive Verhalten der Polizei in Bezug auf die Partyszene an der Uferstrasse wurde schon mehrfach kritisiert, namentlich auch von Anstössern des betroffenen Gebiets. Nebst Abfallbergen kam es mehrfach auch schon zu Sachbeschädigungen bei der Zwischennutzung auf dem ehemaligen Migrol-Areal und beim Club Nordstern.

Polizei könnte Konsumationsverbot verhängen

Den Tarif durchgegeben hat die Polizei dafür in der Steinenvorstadt, die schon nach dem ersten Lockdown wegen dicht gedrängter Menschenmassen in die Schlagzeilen geriet. Auf Anordnung des Basler Kantonsarztes wurde dort nun im Hinblick auf die Öffnung der Aussengastronomie ein Maskenobligatorium für die ganze Strasse und ein Konsumationsverbot ausserhalb der Gastronomie verhängt. Die Polizei markierte starke Präsenz und hielt jeden unmaskierten Passanten an.

Die Polizei hätte es allerdings in der Hand, örtlich und zeitlich begrenzt eine allgemeine Maskenpflicht und ein Konsumationsverbot auf öffentlichem Grund durchzusetzen. Das machte das Gesundheitsdepartement schon am Freitag in einer Mitteilung mit Blick aufs Wochenende klar. Gebrauch gemacht hat sie von dieser Möglichkeit noch nicht.

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