Aktualisiert 27.09.2004 12:09

Pascal-Prozess: Blick in menschliche Abgründe

Eine Frau hat nach Aussage einer Angeklagten den fünfjährigen Pascal erstickt, während er von dem 42-jährigen Martin R. vergewaltigt wurde.

Die Putzfrau Erika K. sagte am Montag vor dem Landgericht Saarbrücken, die 40-jährige Andrea M. habe in der «Tosa-Klause» auf Anweisung von Martin R. Pascals Kopf in ein Kissen gedrückt. Sie bestätigte damit den Vorwurf der Anklage.

Laut Staatsanwaltschaft soll Pascal am 30. September 2001 von fünf Männern vergewaltigt worden sein. Dem hat Erika K. nun widersprochen. Sie gab vor Gericht lediglich zu Protokoll, Pascal sei am Vormittag von dem bereits Verurteilten Peter S. in der «Tosa-Klause» vergewaltigt worden.

Erika K. sagte, Martin R. habe den Jungen gegen 15.30 Uhr im Hinterzimmer der Kneipe schwer missbraucht. Die Wirtin Christa W. habe dies gefilmt. Weil Pascal vor Schmerzen laut geschrien habe, habe die Wirtin die Musik lauter gedreht, und Andrea M. habe den Fünfjährigen mit dem Gesicht in ein Kissen gedrückt. Die 51-jährige Putzfrau berichtete weiter, später habe sie «nichts mehr gehört». Auf dem Boden seien einige Tropfen Blut gewesen. Als klar gewesen sei, dass das Kind tot sei, habe die Wirtin gesagt, es müsse «entsorgt» werden.

Einer der 13 Angeklagten habe das Kind dann in eine Wolldecke und in eine Plastiktüte gepackt. Später soll die Leiche in eine Kiesgrube im französischen Forbach gefahren worden sein. Sie wurde bis heute nicht gefunden. Insgesamt sind neun Männer und vier Frauen angeklagt. (dapd)

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