Pasolini-Film: Welsches Komitee gegen Zürcher Intoleranz
Aktualisiert

Pasolini-Film: Welsches Komitee gegen Zürcher Intoleranz

Wer den in Zürich verbotenen Film «Salò oder Die 120 Tage von Sodom» in einem Kino sehen will, kann dies am kommenden Wochenende in Genf tun.

In zwei Genfer Kinos wird der Film aus Protest gegen die Zensur der Zürcher Polizei ausgestrahlt.

Gleichzeitig habe die Cineasten zusammen mit anderen Personen aus dem Künstlermillieu ein Komitee gegen die Zensur gegründet, bestätigte die frühere Genfer Grossrätin Salika Wenger einen Bericht der Zeitung «Le Matin Bleu» vom Dienstag.

Zurzeit sammelt das Komitee Unterschriften für eine Petition. Darin fordern sie die Zürcher Behörden auf, die Zensurmassnahme gegen den Film des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini aufzuheben. Die Stadtpolizei Zürich hatte die Filmvorführung letzte Woche verboten.

Zürcher Videotheken krebsen zurück

Noch letzte Woche konnte der umstrittene Film bei einigen DVD-Shops und Videotheken ausgeliehen oder gekauft werden. Nachdem aber die Stadtpolizei Zürich die Vorführung in der Kirche St. Jakob verboten hatte, bekamen viele Verleiher und Verkäufer kalte Füsse.

Kino Xenix will den Film doch noch zeigen

Die Betreiber des Kino Xenix, die den Film vom Programm holten, um einen Skandal zu vermeiden. Doch sie wollen den Film doch noch ans grosse Publikum bringen: «Unser Ziel ist es, «Salò» zu zeigen. Unsere Statuten verpflichten uns dazu, Filme vorzuführen, die anderswo nicht zu sehen sind», sagte Geschäftsleitungsmitglied Mirko Vaiz gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Der Film «Salò» gilt seit seinem Erscheinen im Jahr 1975 als eines der umstrittensten Werke der Filmgeschichte. Wegen seiner Darstellung von Vergewaltigung, Folter und Mord wurde der Film in vielen Ländern verboten.

(sda)

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