Aktualisiert 09.11.2019 00:28

Knochenbruch bei AnkunftPassagier fordert 18'584 Franken von Lufthansa

Beim Aussteigen aus einem Flugzeug stolperte ein Tessiner über einen Teppich, seine Ferien endeten im Spital. Nun fordert er von der Airline eine Entschädigung dafür.

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Der Tessiner Giuliano Mantegazzi hatte zu Beginn seiner Ferien einen Unfall: Beim Aussteigen aus dem Flieger brach sich der Mann den Oberschenkelknochen.

Der Tessiner Giuliano Mantegazzi hatte zu Beginn seiner Ferien einen Unfall: Beim Aussteigen aus dem Flieger brach sich der Mann den Oberschenkelknochen.

AP/Nick ut
Mantegazzi stolperte über eine Plastikmatte in der Passagierbrücke am Terminal des Flughafens in Buenos Aires und musste operiert werden.

Mantegazzi stolperte über eine Plastikmatte in der Passagierbrücke am Terminal des Flughafens in Buenos Aires und musste operiert werden.

Malte Christians
Jetzt fordert er von der Fluggesellschaft Lufthansa eine Entschädigung über 18584 Franken, um die Krankheitskosten zu decken. Die Gerichtsverhandlung findet am 12. Dezember 2019 in Locarno statt.

Jetzt fordert er von der Fluggesellschaft Lufthansa eine Entschädigung über 18584 Franken, um die Krankheitskosten zu decken. Die Gerichtsverhandlung findet am 12. Dezember 2019 in Locarno statt.

Reuters/Siggi Bucher

Eine Traumreise nach Südamerika ist für den Tessiner Giuliano Mantegazzi zum Albtraum geworden: Der 66-Jährige hatte eine Kreuzfahrt von Buenos Aires nach Rio de Janeiro gebucht, doch bei seiner Ankunft in der argentinischen Hauptstadt brach er sich den Oberschenkelknochen. Nun landet sein Fall vor einem Gericht in Locarno: Mantegazzi macht die Fluggesellschaft Lufthansa für seinen Unfall verantwortlich und fordert 18'584 Franken als Entschädigung. Der Betrag soll die Krankheitskosten decken.

Der Mann hatte die Reise lange geplant. «Das wären meine ersten Ferien in 25 Jahren gewesen», sagt der Krankenpfleger aus Ascona zu 20 Minuti. Am 22. Januar 2018 flog er von Frankfurt nach Buenos Aires. Schon beim Aussteigen stolperte Mantegazzi aber über eine Plastikmatte in der Passagierbrücke am Terminal des Flughafens Ezeiza.

Vom Flieger direkt in die Ambulanz

«Nach kaum fünf Metern blieb ich mit dem Fuss auf einem Teppich am Boden hängen, der zwischen dem Flugzeug und dem ersten Abschnitt des Tunnels lag. Ich verlor den Halt und stürzte dabei gegen eine Aluminiumleiste.» Der Passagier wurde mit einer schweren Fraktur eines der Oberschenkel in ein staatliches Spital eingeliefert.

«Die Leute dort waren sehr nett zu mir, aber es fehlten nur noch die Mäuse», schildert der Tessiner die Erfahrung. Erst nachdem seine Schwester und Personal der Schweizer Botschaft in Buenos Aires intervenierten, wurde Mantegazzi in eine private Klinik verlegt.

Ein Fall ohne Beweismaterial, aber mit Zeugen

Dem 66-Jährigen wurde in einer 40-minütigen Operation ein Titanrohr im Oberschenkel eingesetzt. Kostenpunkt: 25'000 Franken. Der Eingriff hinterliess fast keine Spur - ausser, dass das verletzte Bein nun ein wenig länger als das gesunde ist. «Ich habe seither eine leichte Behinderung», sagt Mantegazzi.

Lufthansa wies die Verantwortung von sich. «Sie sagen, ich habe keine Beweise. Aber meine Freunde haben die Situation miterlebt. Und dann waren da noch das Flugzeugpersonal sowie eine Managerin der Airline.» Die Schmerzen seien grausam gewesen, erinnert sich Mantegazzi. «So etwas hatte ich noch nie erlebt. Wer denkt in diesem Moment daran, Fotos zu machen?»

Am 12. Dezember findet die Gerichtsverhandlung statt. Der Anwalt des Tessiners ist zuversichtlich, denn es gibt einen Präzedenzfall: In einem ähnlichen Fall wurde die Fluggesellschaft Alitalia zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt.

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