Aviatik-Wissen: Passagier verstorben – wohin mit der Leiche?
Aktualisiert

Aviatik-WissenPassagier verstorben – wohin mit der Leiche?

Auf dem Online-Forum Reddit plaudern Flight Attendants und Piloten aus dem Nähkästchen. Der Passagier erfährt allerlei Nützliches, etwa über ein Leichenabteil im Airbus A340.

von
kri

Was Sie schon immer über das Fliegen wissen sollten – Piloten, Flight Attendants, Flugzeugmechaniker und Aviatik-Fans sind einem Aufruf des Online-Forums Reddit gefolgt und stellen ihr Fachwissen grosszügig zur Verfügung. Unten eine Auswahl potentiell überlebenswichtiger, interessanter und skurriler Fakten rund ums Fliegen.

Der WC-Tür-Trick

Verschlossene WC-Türen lassen sich von aussen öffnen. Zu diesem Zweck klappt man das Schild «Lavatory» nach oben und schiebt den darunter versteckten Riegel zur Seite. Funktioniert so oder ähnlich in jedem Flugzeugtyp.

(Video: Youtube/Abdullu)

Brandgeruch bei Druckabfall

Wenn bei einem Druckabfall die Sauerstoffmasken aus der Decke fallen, kann es verbrannt riechen. Kein (zusätzlicher) Grund zur Sorge: Ein gewisser Typ von Sauerstoffgeneratoren erzeugt bei Betrieb einfach sehr viel Wärme.

(Video: Youtube/desertsmurf)

Alle raus – in weniger als 90 Sekunden

Moderne Verkehrsflugzeuge müssen in weniger als 90 Sekunden vollständig evakuiert werden können, um eine Zulassung zu erhalten. Das gilt auch unter erschwerten Bedingungen: Die Hälfte der Ausgänge blockiert, ausschliesslich Bodenbeleuchtung und bezüglich Alter und Geschlecht ein realistischer Passagier-Mix.

(Video: Youtube/mav737)

Vorsicht beim Türe öffnen

Wer in der Economy an einem der Notausgänge sitzt, kommt in den Genuss von mehr Beinfreiheit. Dafür muss der betreffende Passagier in der Lage sein, im Notfall die Tür zu öffnen. Mal ehrlich: Wer hat die entsprechende Bordkarte studiert? Man muss sich selbst gut festhalten, um den Hebel umzulegen. Die meisten Türen öffnen sich anschliessend automatisch – wer dann den Hebel immer noch in der Hand hält, wird mitgeschleift.

(Video: Youtube/Kaptan Zaman)

Die Tür ist wirklich zu

Während eines Flugs auf 12'000 Meter Höhe ist es physikalisch unmöglich, die Tür zu öffnen – zumindest für einen Menschen. Aufgrund der unterschiedlichen Druckverhältnisse innerhalb und ausserhalb der Kabine wäre dafür eine Gewichtskraft von mehreren Tonnen nötig.

(Video: Youtube/CBS)

Wohin mit der Leiche?

Wenn Menschen während des Flugs versterben, muss die Leiche irgendwo verstaut werden. Normalerweise wird sie in einer freien Reihe platziert, möglichst weit weg von den anderen Passagieren und mit einer Decke abgedeckt. Wenn es keine freien Sitze gibt, kann sie auch auf einem der Crew-Klappsitze festgeschnallt werden. Singapore Airlines hatte für ihren Ultra-Langstreckenflug von Singapur nach Los Angeles (inzwischen eingestellt) ein spezielles Leichenabteil in ihren Airbus A340-500 eingerichtet, weil während des Abschnitts über dem Pazifik längere Zeit keine Landemöglichkeit besteht.

(Video: Youtube/SpeedbirdHD)

Air Marshals

Die primäre Aufgabe von bewaffneten Flugbegleitern in den USA, sogenannte Air Marshals, ist der Schutz des Cockpits. Wenn jemand plötzlich ein Messer zückt und anfängt, Passagieren die Kehle durchzuschneiden, soll er nicht gleich losballern, sondern sich vor der Cockpit-Tür postieren. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass er ausgeschossen ist, bieten sich auch Sitzgurte als Waffe an – sie lassen sich am unteren Ende demontieren. Auch Australien, Kanada, Grossbritannien, Israel und Indien setzen Air Marshals ein.

(Video: Youtube/TheIntelligencer)

Turbulenzen sind gefährlich

Turbulenzen können einem Flugzeug wenig anhaben – im Unterschied zu nicht angeschnallten Passagieren: Unzählige wurden schon verletzt. Am 28. Dezember 1997 starb eine Frau auf dem Flug United Airlines 826 von Tokio nach Honolulu, als die Boeing 747 über dem Pazifik in tückische Clear-Air-Turbulenzen (ohne Wolken) geriet.

(Video: Youtube/AviationExplorer)

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