Panik in der Luft: Passagiere erzwingen Flugzeugwechsel
Aktualisiert

Panik in der LuftPassagiere erzwingen Flugzeugwechsel

Vor dem Hintergrund der jüngsten Flugzeugkatastrophen haben rund 170 Passagiere in Nürnberg nach zwei missglückten Startversuchen den Einsatz einer Ersatzmaschine erzwungen. Sie weigerten sich, ein drittes Mal das Flugzeug zu besteigen.

Die Passagiere sammelte am Flughafen auch Unterschriften, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Nach 15 Stunden Wartezeit konnten sie am Sonntagabend schliesslich unbeschadet zu ihrem Zielflughafen im portugiesischen Faro gebracht werden.

Ursache der Panne war eine fehlerhafte Anzeige in der nagelneuen Boeing 737-800, wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft Air Berlin am Montag sagte. Eine Gefahr habe für die Passagiere nicht bestanden.

Angst vor einem zweiten Madrid

«Die Anzeige des Landeklappensystems hat nicht richtig funktioniert», sagte die Sprecherin. Der Pilot brach den Start am frühen Sonntagmorgen deshalb ab. «Die Passagiere waren sehr beunruhigt und reagierten panisch.» Vor allem vor dem Hintergrund des Madrider Unglücks sei «ein psychologisches Moment» im Spiel gewesen.

Am 20. August war eine Maschine der spanischen Fluggesellschaft Spanair unmittelbar nach dem Start vom Madrider Flughafen abgestürzt und in Flammen aufgegangen. 154 Menschen starben, 18 wurden verletzt. Vor dem Absturz hatte der Pilot einen Startversuch abgebrochen. Passagieren war Berichten zufolge das Aussteigen verwehrt worden.

Wenige Tage nach dem Madrider Unglück waren beim Absturz einer Boeing 737 in Kirgistan mindestens 65 Menschen getötet worden. Am vergangenen Sonntag riss ein abstürzendes Aeroflot-Flugzeug vom Typ Boeing 737 in Russland alle 88 Insassen mit in den Tod. (sda)

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