Aktualisiert 26.07.2017 14:46

Alle wollen in den Süden

Passagiere mussten auf freie Plätze im Zug warten

Am Bahnhof Arth-Goldau mussten dutzende Passagiere auf einen späteren Zug ins Tessin ausharren, weil ihrer überfüllt war. Das gabs bislang an einem Wochentag noch nie.

von
Noah Knüsel
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Riesen-Andrang am Perron in Richtung Tessin am Dienstagvormittag: Am Bahnhof Arth-Goldau mussten dutzende Passagiere den überfüllten Zug wieder verlassen.

Riesen-Andrang am Perron in Richtung Tessin am Dienstagvormittag: Am Bahnhof Arth-Goldau mussten dutzende Passagiere den überfüllten Zug wieder verlassen.

Leser-Reporter
Da habe es mehr und weniger Verständnis gegeben, so ein 20 Minuten-Leser: «Von Emotionslosigkeit bis Wut habe ich alles gesehen.»

Da habe es mehr und weniger Verständnis gegeben, so ein 20 Minuten-Leser: «Von Emotionslosigkeit bis Wut habe ich alles gesehen.»

Leser-Reporter
Gegen 11.30 Uhr habe die Fahrt in den Süden dann losgehen können. Der Leser selber wartete auf die nächste Verbindung um 11.50 Uhr: «Dort konnten dann alle einsteigen, Sitzplätze gab es aber auch da keine mehr.»

Gegen 11.30 Uhr habe die Fahrt in den Süden dann losgehen können. Der Leser selber wartete auf die nächste Verbindung um 11.50 Uhr: «Dort konnten dann alle einsteigen, Sitzplätze gab es aber auch da keine mehr.»

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Nichts ging mehr am Dienstagmorgen in Arth-Goldau in Richtung Süden: «Der Zug kam mit 18 Minuten Verspätung an und war da schon voll», erzählt ein 20 Minuten-Leser. Anstatt um 10.50 Uhr sei die Zugskomposition erst um ca. 11.10 eingefahren. Und die Leute auf dem Perron stiegen in den Zug ein. «Sie standen dann in den Gängen und zwischen den Sitzen, auch in der 1. Klasse.»

Dann sei die Durchsage gekommen, dass der Zug überfüllt sei und man wieder aussteigen müsse. Diese Aufforderung sei mehr und weniger gut angekommen. «Von Emotionslosigkeit bis Wut habe ich alles gesehen», so der Leser weiter. Er selber nahms locker: «Mit meiner Frau wollte ich spontan einen Tagesausflug ins Tessin machen und dem schlechten Wetter entfliehen. Nun wurde das Mittagessen zeitlich etwas später.»

30 Prozent mehr Passagiere

Gegen 11.30 Uhr habe die Fahrt in den Süden dann losgehen können. Der Leser selber wartete auf die nächste Verbindung um 11.50 Uhr: «Dort konnten dann alle einsteigen, Sitzplätze gab es aber auch da keine mehr.»

Es ist nicht das erste Mal, dass Passagiere wegen überfüllter Züge auf dieser Strecke die Bahn verlassen mussten. Wie SBB-Sprecher Patrick Walser im Mai gegenüber 20 Minuten sagte, hätten die Passagierzahlen insgesamt seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels um 30 Prozent zugenommen. Wie sein Kollege Oli Dischoe nun angab, könne die Nachfrage punktuell zusätzlich steigen.

Bisher war das aber vor allem an Feiertagen wie etwa Weihnachten, Ostern oder am 1. Mai-Wochenende der Fall. An Pfingsten konnte der Ansturm mit Extrazügen bewältigt werden.

SBB wurden offenbar überrascht

Nun mussten die SBB erstmals an einem normalen Werktag Kunden aus den Zügen schicken. SBB-Sprecher Dischoe sagt, man habe eine «kurzfristig stark erhöhte Nachfrage» für Zugreisen in Richtung Tessin festgestellt: «Das ist vermutlich der aktuellen Wetterlage geschuldet– im Norden regnerisch und kühl, im Süden sonnig und warm.»

Die SBB wurden vom Andrang offenbar überrascht. Zwar würden an Feier- und Brückentagen sowie an Wochenenden während der Sommerferienzeit Züge durch den Gotthard-Basistunnel verstärkt beziehungsweise doppelt geführt, so Dischoe weiter. «Nicht aber an Dienstagen, da sie nicht als speziell nachgefragte Reisetage gelten.»

Grundsätzlich empfiehlt die SBB eine frühzeitige Planung der Reise. Zudem gebe die Fahrplanabfrage online einen Anhaltspunkt, mit welcher Auslastung man im gewählten Zug rechnen müsse.

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