Aschewolke: Passagiere stürmen die Züge
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AschewolkePassagiere stürmen die Züge

In Mailand drängten heute Morgen hunderte Fahrgäste in den Zug nach Zürich. Nicht alle schafften das. Stecken auch Sie fest? Erzählen Sie uns von Ihren Erlebnissen.

von
rre/meg

Montagmorgen, 11 Uhr, Hauptbahnhof Mailand. Leser-Reporter Vlad O. will von der Modemetropole nach Zürich. Er ist nicht der Einzige. Hunderte Zugpassagiere standen sich auf dem Perron die Füsse in den Bauch und versuchten, irgendwie in den Zug zu gelangen. «Ich stehe seit Mailand im Zug», sagt Vlad zu 20 Minuten Online. Er kann sich trösten. «Es gab einige Passagiere, die gar nicht mehr in den Zug kamen», sagt Vlad. Bereits zuvor standen Hunderte am Schalter und versuchten, ein Ticket zu ergattern. Der mittlerweile alltägliche Wahnsinn im internationalen Zugverkehr.

Zu Tausenden versuchen Reisende, irgendwie ans Ziel zu gelangen. «Im Zug hat es jede Menge Leute, die nach Schweden oder Deutschland reisen wollen», sagt Leser Vlad. Zürich ist nur ein Zwischenhalt auf dem Weg zum Ziel.

Das Ego und die Autobahn

Ganz ähnlich erging es Userin Marianna (Name von der Redaktion geändert). Die Künstlerin aus Zürich weilte aus beruflichen Gründen im argentinischen Buenos Aires und musste auf dem Rückweg auf dem Flughafen Rom landen. Von dort gings zunächst nicht weiter: «Es gab keine Mietautos mehr und auch die Züge fuhren nicht oder waren zu voll», erzählte sie 20 Minuten Online.

Heute ist sie - nach tagelanger Irrfahrt - zuhause in Zürich angekommen: Durch grosses Glück traf sie auf Leute, die noch einen Platz im Auto frei hatten. Trotzdem ärgert sie sich über die mangelnde Solidarität: «Als ich während der Fahrt in andere Autos hineinschaute, wurde ich wütend. Immer nur ein Fahrer im Auto, soviel Platz, während anderswo die Leute auf Flughäfen übernachten.»

Workout statt warten

Um die Frustrations-Schwelle der in Zürich gestrandeten Transitopfer möglich tief zu halten, gibts vom Tourismusverband aus kostenlose Stadtführungen. Wem danach noch nach körperlicher Betätigung zumute ist, darf sich bei der Fitness-Kette Holmes Place kraft- oder workouttechnisch austoben. Nach Vorzeigen des Tickets oder der Bordkarte darf hier gratis trainiert, geduscht und relaxt werden: «Der Service gilt, bis das Flugverbot aufgehoben ist», sagt Holmes-Place-Sprecherin Andrea Hajdu.

Ein kleiner Trost, denn der unfreiwillige Aufenthalt im Hotel oder das zusätzlich gebuchte Bahnticket kostet vor allem eines: jede Menge «Asche».

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Stecken oder steckten Sie aufgrund der Aschewolke irgendwo fest? Trafen Sie auf nette Menschen, die Ihnen ein Plätzchen im Privatauto oder eine Schlafstätte angeboten haben? Entwickelte sich aufgrund dieser Notsituation gar eine internationale Freundschaft?

Erzählen Sie uns davon: schicken Sie Ihre Geschichte, gerne mit Bild, an: community@20minuten.ch.

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