Aktualisiert 03.05.2006 21:41

Passagierjet stürzte ins Schwarze Meer – 113 Tote

Beim Absturz eines armenischen Passagierflugzeugs kurz vor der Landung in der russischen Stadt Sotschi sind alle 113 Menschen an Bord ums Leben gekommen.

«Offensichtlich ist das Flugzeug in einen Wirbelsturm geraten. Sonst hätte die Katastrophe nicht so plötzlich passieren können», sagte der stellvertretende Generaldirektor von Armavia, Aschcharbek Kalantar, der Nachrichtenagentur Itar-Tass in Eriwan.

Wrackteile des Airbus A-320 wurden nicht weit von der Küste des Schwarzen Meers entdeckt, erklärte der Sprecher des russischen Ministeriums für Notlagen, Viktor Beltsow. Das Flugzeug sei abgestürzt, während es in schlechtem Wetter zum zweiten Mal eine Notlandung versucht habe.

Die Maschine der Fluggesellschaft Armavia kam aus Eriwan. Sie verschwand gegen 02.15 Uhr Ortszeit (0.15 Uhr MESZ) knapp sechs Kilometer vom Ufer entfernt von den Radarschirmen, wie Beltsow erklärte. Das regionale Notfallministerium gab die Zahl der Toten mit 113 an, darunter sechs Kinder. Die Fluggesellschaft sprach dagegen von 95 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern.

Einsatzkräfte bargen nach Angaben Beltsows elf Leichen aus dem Wasser. Schiffe und Taucher waren an den Bergungsarbeiten beteiligt. Strömender Regen, raue See und schlechte Sicht behinderten nach Medienberichten die Suche nach den Opfern. (dapd)

Unfälle mit Airbus-Maschinen

Seit drei Jahrzehnten erobert der Airbus die Lufträume. Trotz aller Erfolge blieben Rückschläge nicht aus. Als erster schwerer Unfall gilt der Absturz eines A320 bei einer Flugschau im Elsass im Juni 1988, drei Passagiere starben.

Die spektakulärsten Unfälle der jüngeren Vergangenheit:

12. November 2001 - 265 Tote in New York (USA): Nach Abbruch des Leitwerks stürzt ein A300-600 in ein Wohngebiet im Stadtteil Queens.

23. August 2000 - 143 Tote vor Manama (Bahrain): Ein A320 der Gulf Air stürzt beim wiederholten Landeversuch in den Persischen Golf.

30. Januar 2000 - 169 Tote vor Abidjan (Elfenbeinküste): Kurz nach dem Start zerschellt ein A310 der Kenya Airways im Atlantik.

11. Dezember 1998 - 101 Tote in Surat Tani (Thailand): Bei einem heftigen Tropengewitter stürzt ein A320 der Thai Airways vor der Landung in ein Sumpfgebiet.

16. Februar 1998 - 203 Tote in Taipeh (Taiwan): Ein A300 der taiwanesischen CAL verfehlt die Landebahn, kracht in eine Häuserzeile und explodiert.

26. September 1997 - 234 Tote bei Medan (Indonesien): Bei schlechter Sicht wegen verheerender Waldbrände geht ein A300 der indonesischen Garuda im Bergland von Sumatra in Flammen auf. (sda)

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