Aktualisiert 12.02.2020 12:05

Vilters SG

Passant findet Schädel von Asylsuchendem

In einem Wald bei Sargans haben Polizisten die Überreste des Asylsuchenden E. A. aufgefunden. Der Kurde war vor acht Monaten als vermisst gemeldet worden.

von
dk
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Seit rund acht Monaten galt der Asylsuchende E. A. als vermisst.

Seit rund acht Monaten galt der Asylsuchende E. A. als vermisst.

ANF Kurdi
Der kurdische Mann war im Februar 2018 in die Schweiz gekommen und hatte einen Asylantrag gestellt. Ab August 2018 galt er jedoch als vermisst.

Der kurdische Mann war im Februar 2018 in die Schweiz gekommen und hatte einen Asylantrag gestellt. Ab August 2018 galt er jedoch als vermisst.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Doch nun die traurige Gewissheit. «Am 31. März fanden Polizisten seine Überreste in einem unwegsamen Waldgebiet auf», bestätigt Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen.

Doch nun die traurige Gewissheit. «Am 31. März fanden Polizisten seine Überreste in einem unwegsamen Waldgebiet auf», bestätigt Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Seit rund acht Monaten galt der Asylsuchende E. A.* (26), der zuletzt im Ausreise- und Nothilfezentrum Sonnenberg in Vilters bei Sargans SG wohnte, als vermisst. Der kurdische Mann war im Februar 2018 in die Schweiz gekommen und hatte einen Asylantrag gestellt.

Nun herrscht traurige Gewissheit: A. ist tot. «Am 31. März fanden Polizisten seine Überreste in einem unwegsamen Waldgebiet auf», bestätigt Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen.

Eine Privatperson habe der Polizei einen Schädelfund gemeldet. Bei der Nachschau vor Ort im Wald hätten die Polizisten dann die weiteren Überreste sichergestellt. DNA-Tests bestätigen laut Schneider die Identität des Toten, eines türkischen Staatsangehörigen.

Keinen Hinweis auf Delikt

In kurdischen Medienberichten wird das Vorgehen das Polizei kritisiert. Die Polizei habe nicht genügend nach A. gesucht, so der Vorwurf. Die Polizei kontert: «Wir haben nach der Vermisstenanzeige am 24. August 2018 entsprechende Abklärungen getätigt, aber keinerlei Anhaltspunkte auf einen möglichen Grund für das Verschwinden gefunden», so Schneider. Nach dem Mann sei gefahndet worden.

Nun seien die sterblichen Überreste dem Institut für Rechtsmedizin übergeben worden, sagt Schneider. «Wir warten auf das das Gutachten des Instituts.» Noch gebe es jedoch keine Hinweise auf ein strafbares Delikt. «Suizid wird als Möglichkeit in Betracht gezogen.»

Spaziergang führte zum Schädel

Weil im Asylzentrum Sonnenberg das Gerücht umgeht, dass A. geköpft wurde, fürchteten sich einige Leute vor Ort, sagt M. L.*, die im Ausreiszentrum wohnt. «Ein Mann war im Wald spazieren, als er den Schädel fand. Einen Tag später war alles voller Polizisten», sagt L.

Im Asylzentrum gebe es viele Familien und Frauen mit ihren Kindern. «Die trauen sich jetzt teilweise nicht mehr in den Wald.» Die Kantonspolizei dementiert allerdings: Es gebe keinen Hinweis darauf, dass der Mann geköpft worden sei.

*Name der Redaktion bekannt

Das Ausreisezentrum Sonnenberg

Das Ausreisezentrum Sonnenberg

Das Asylzentrum bietet Platz für bis zu 150 Nothilfeempfänger; sprich Familien mit Kindern, Paare und Einzelpersonen. Es werden nur Personen dort untergebracht, die ein abgelehntes Asylgesuch oder ausländerrechtlich aus der Schweiz weggewiesen wurde.

«Die Rahmenbedingungen der Ausreisezentren sollen die Bewohner zur Ausreise bewegen und ihnen die Aussichtslosigkeit eines längeren Aufenthalts in der Schweiz verdeutlichen», steht denn auch auf der Website des Migrationsamts St. Gallen.

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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