Glattbrugg ZH: Passanten beraubt – Ehefrau gewürgt
Aktualisiert

Glattbrugg ZHPassanten beraubt – Ehefrau gewürgt

Ein gewalttätiger Drogen abhängiger hat in Wallisellen einen Fussgänger überfallen und seine Frau beinahe erwürgt. Nun muss der geständige Täter für rund vier Jahre hinter Gitter.

von
Attila Szenogrady

Es geschah in der Nacht auf den 5. Mai 2007, als sich ein heute 54-jähriger Passant in Wallisellen auf dem Heimweg befand und sich dabei in der Dunkelheit über die Industriestrasse bewegte. Plötzlich sprachen ihn zwei junge Männer an. Einer von ihnen verlangte Geld und versetzte dem Geschädigten mehrere heftige Faustschläge. Beim Angreifer handelte es sich um den späteren Angeklagten. Er riss das Opfer zu Boden und setzte sich auf dessen Körper. Der überwältigte Fussgänger wehrte sich aber plötzlich und biss dem Angeschuldigten in die Hand. Worauf der zweite Täter eingriff und den Geschädigten mit einem Schlag gegen den Hinterkopf bewusstlos schlug. Danach entwendete das Duo dem Ohnmächtigen das Portemonnaie und suchte mit rund 400 Franken Bargeld das Weite.

Ehefrau massiv gewürgt

Der heute 24-jährige Angeklagte leistete sich nach dem Überfall diverse weitere Delikte. So an der Talackerstrasse in Glattbrugg, wo er aus einer Garage ein Luxusfahrzeug der Marke BMW entwendete. Oder in Zürich, wo er einen gestohlenen Roller für 300 Franken einem Serben verkaufte. Zum schlimmsten Delikt kam es jedoch in den eigenen vier Wänden. Unbestritten war, dass der Schweizer mazedonischer Abstammung seine damalige Ehefrau gleichen Alters während eines Streites plötzlich mit beiden Händen am Hals packte und sie rund 30 Sekunden lang würgte. Die bewusstlose Gattin hatte Glück im Unglück, da ihr eine in der Wohnung anwesende Freundin zu Hilfe eilte und ihr Wasser ins Gesicht spritzt. Zudem konnte die Zeugin den Kokainkonsumenten wieder beruhigen. Tatmotiv für die Attacke: Die Frau hatte ihrem Ehepartner Faulheit und Untreue vorgeworfen.

Kein Pardon

Der Angeklagte wurde am nächsten Tag von der Polizei festgenommen und verbrachte danach über ein halbes Jahr in Untersuchungshaft. Selbst ein umfassendes Geständnis konnte den Gelegenheitsarbeiter nicht mehr vor einer längeren Freiheitsstrafe bewahren. Er wurde bereits im September 2009 vom Bezirksgericht Zürich wegen Raubes, Gefährdung des Lebens und diversen weiteren Delikten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

Vergeblich Arbeitserzeihung verlangt

Die Verteidigung legte Berufung ein und verlangte kürzlich vor dem Zürcher Obergericht eine deutliche Strafsenkung auf noch 30 Monate teilbedingt. Ein Jahr davon unbedingt. Zudem setzte sich der Anwalt auch für eine Arbeitserziehung ein. Während der Berufungsverhandlung kam heraus, dass der Angeklagte im letzten Februar selber Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war. So wurde er von einem bewaffneten Mann auf offener Strasse angeschossen und am linken Bein verletzt. Doch auch diese Tatsache konnte die Oberrichter nicht milder stimmen. Sie bestätigten nun das erstinstanzliche Urteil weitgehend und senkten die Sanktion aus formalrechtlichen Gründen nur geringfügig. Neu auf drei Jahre zehn Monate und 15 Tage Freiheitsentzug. Somit muss der hoch verschuldete Arbeitslose hinter Gitter. Zudem soll er seiner Noch-Frau ein Schmerzensgeld von 8000 Franken bezahlen.

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