Bettler: Passanten genervt, Touristiker sind in Sorge
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BettlerPassanten genervt, Touristiker sind in Sorge

In der Basler Innerstadt macht sich seit Tagen ein Schnorrer-Clan breit. Ausgerechnet jetzt, wo an der Uhren- und Schmuckmesse das Image der Stadt gepflegt und gehegt werden soll.

von
Anna Luethi

In kleinen Gruppen lungern sie am Marktplatz oder am Barfi herum, ziehen durch Tramzüge und halten den Leuten Zettel «Bitte helfen Sie mir, ich brauche Geld!» vor die Nase. «Seit etwa zehn Tagen ist eine Gruppe von rund 20 Rumänen und Bulgaren in der Stadt», sagt Polizeisprecher Klaus Mannhart. Die meisten Bettler kommen von Frankreich her und ziehen durch die ganze Schweiz. Die Polizei versuche, ihnen das Leben mit Kontrollen schwer zu machen, «die Verantwortung liegt aber bei den Passanten – geben diese nichts, verschwinden die Bettler wieder», so Mannhart.

Auch die BVB sind wegen den Bettlern genervt: «Unsere Passagiere mit Zetteln moralisch in die Ecke zu drängen, ist gemein», so Sprecherin Dagmar Jenny. Betteln sei auch in BVB-Fahrzeugen ­verboten. Tourismusdirektor Daniel Egloff verstimmt das Timing der Bettler hinsichtlich der morgen startenden Baselworld: «Dem Bild der Stadt ist das nicht zuträglich.» Die Gäste empfänden die Schweiz als sauberes, reiches Land. Er fordert, das Betteln zu unterbinden: «Die Polizei soll ihren Schwerpunkt von den Velobussen auf die Bettler verlegen», so Egloff.

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