Fotos von Zeugen : Passanten knipsten Räuber in Nahaufnahme

Aktualisiert

Fotos von Zeugen Passanten knipsten Räuber in Nahaufnahme

Die Räuber von der Zürcher Bahnhofsstrasse wurden von vielen Handykameras erfasst. Ein Glücksfall für die Polizei – die immer öfter auf Fotos von Zeugen zurückgreift.

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Ein Auto ist in der Bahnhofstrasse in das Schaufenster eines Juweliergeschäftes gerast. Die Polizei hat Bilder der Täter veröffentlicht.

Ein Auto ist in der Bahnhofstrasse in das Schaufenster eines Juweliergeschäftes gerast. Die Polizei hat Bilder der Täter veröffentlicht.

kein Anbieter/Stadtpolizei Zürich
Hier flüchten die Täter auf dem Motorrad.

Hier flüchten die Täter auf dem Motorrad.

kein Anbieter/Stadtpolizei Zürich
Zwei Personen flüchteten mit einem Roller durch den Fussgängerdurchgang der unmittelbar gegenüber des Tatortes in die Tiefenhöfe und zur Talstrasse führt.

Zwei Personen flüchteten mit einem Roller durch den Fussgängerdurchgang der unmittelbar gegenüber des Tatortes in die Tiefenhöfe und zur Talstrasse führt.

kein Anbieter/Stadtpolizei Zürich

Als die vier Räuber am Samstagmittag versuchten, in der Bahnhofsstrasse in Zürich grosse Beute zu machen, verursachten sie grossen Lärm. Zweimal donnerten sie mit dem VW Touareg in das Schaufenster einer Bijouterie.

Natürlich wurden viele Passanten auf den Krach aufmerksam und zückten ihre Smartphones, um Fotos der Täter zu schiessen. Die Täter wurden fotografiert, als sie sich ohne Beute auf einem Roller und zu Fuss aus dem Staub machten. Nur wenige Stunden nach der Tat konnte die Stadtpolizei Zürich deshalb verschiedene Aufnahmen der Täter veröffentlichen, die Passanten ihnen zur Verfügung gestellt hatten.

Augenzeugen werden nach Fotos gefragt

Stadtpolizei-Medienchef Marco Cortesi sagt: «Um eine Straftat aufzuklären, sind wir auf alles angewiesen, was uns dabei helfen kann – dazu gehören natürlich auch Fotos von Augenzeugen.» Bei der Zeugenbefragung komme es oft vor, dass jemand sage, er habe noch ein Foto gemacht.

Am Samstag machten die Passanten von den Räubern in Zürich Fotos aus nächster Nähe – was bei Tätern mit derart brachialen Methoden auch ins Auge hätte gehen können. «Wir schätzen es, wenn die Bevölkerung Zivilcourage zeigt», sagt Cortesi. Ob sich die Augenzeugen in Gefahr gebracht haben, könne er nicht sagen.

Zeugen können nur in Ausnahmefällen gezwungen werden

Bei aussergewöhnlichen Fällen – wie jetzt bei den Rammbock-Räubern – ruft die Polizei die Bevölkerung auf, weitere Bilder und Videos einzusenden. Der Zeugenaufruf brachte in diesem Fall aber nicht die gewünschte Wirkung: Bis gestern seien nur noch drei Hinweise eingegangen, denen man nachgehe. Und man könne keine weiteren Bilder der Täter veröffentlichen, sagt ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich.

Wenn Passanten von der Polizei nach Bildern gefragt werden, diese aber nicht herausrücken wollen, müssten sie das nicht tun, sagt Marco Cortesi. «Wir können sie nicht dazu zwingen. Falls aber mittels eines entscheidenden Bildes ein Verbrechen aufgeklärt werden könnte, dann würden wir über die Strafverfolgungsbehörden eine Editionsverfügung erwirken.» Er könne sich aber nicht daran erinnern, dass das je nötig gewesen sei.

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