Aktualisiert 17.03.2004 15:07

«Passion of Christ» auch in der Schweiz umstritten

Die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA) Schweiz will eine Plattform bieten, um «The Passion of the Christ» zu diskutieren.

Sie befürchtet, dass der «höchst problematische» Film Judenfeindschaft und Gewaltvoyeurismus Vorschub leistet.

Die auf Emotionen zielende Darstellung der Rolle von Juden im Film könnte den alten Mythos von der Kollektivschuld wiederaufleben lassen, bemängelt die CJA in einer Mitteilung vom Mittwoch. Darüber hinaus bediene «die obszöne Darstellung von Grausamkeit» einen Gewaltvoyeurismus, der im Widerspruch zu der Zurückhaltung der Evangelien stehe. Andere Teile seien sogar frei erfunden.

Diskussionsveranstaltungen

Alles in allem vermisse die CJA «eine humane Tiefendimension, die in der Tradition christlich-theologischer Deutungen des Todes Jesu auch entwickelt worden sind». Im Sinne ihrer Anstrengungen, die Freundschaft zwischen Christen und Juden zu befördern, will die CJA- Schweiz deshalb in den nächsten Wochen Gesprächspodien mit Filmsachverständigen, Theologen und Medienvertretern organisieren.

Wegen des vorgezogenen Kinostarts am Donnerstag hat es in der Schweiz bisher nicht einmal Pressevisionierungen gegeben. Auch die meisten Mitglieder des vierköpfigen CJA-Zentralpräsidiums kennen laut Pfarrer Bernhard Krebs nur Internet-Vorschauen davon. Vize- Präsidentin Ursula Rhein immerhin hat sich «bei einem Journalisten» eine Videokassette beschaffen können, wie sie gegenüber der sda sagte.

Die übrigen von der sda angefragten kirchlichen Organisationen wollen vorerst nicht zum Film Stellung nehmen. Marc Aellen und Simon Weber, die Sekretäre von der Bischofskonferenz respektive dem evangelischen Kirchenbund sowie Thomas Lyssy, der Vize-Präsident des israelitischen Gemeindebunds, urteilen erst nach der Visionierung des Films, wie sie übereinstimmend sagten. (sda)

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