Stadt Zürich: Patient schiesst mit Polizei-Pistole in Praxis
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Stadt ZürichPatient schiesst mit Polizei-Pistole in Praxis

In einer Zürcher Arztpraxis ist es zwischen der Polizei und einem aufgebrachten Patienten zu einem Handgemenge gekommen. Dabei kam der 44-Jährige an eine Polizei-Pistole.

von
wed/rom
Die Polizei konnte den aufgebrachten Patienten nach der Schussabgabe überwältigen und verhaften. Verletzt wurde niemand. (Symbolbild)

Die Polizei konnte den aufgebrachten Patienten nach der Schussabgabe überwältigen und verhaften. Verletzt wurde niemand. (Symbolbild)

Die Stadtpolizei Zürich musste am Montagabend wegen eines Arztes in Not ausrücken. Kurz vor 19.30 Uhr wurden sie in seine Privatpraxis für Allgemeinmedizin gerufen, weil dort ein Patient den Arzt bedroht und angegriffen hatte. «Der Mann war völlig durch den Wind, als die Polizisten vor Ort eintrafen», sagt Stapo-Medienchef Marco Cortesi. Nachdem diese vergeblich versucht hatten, den schreienden und wild um sich schlagenden Mann zu beruhigen, kam es zu einem heftigen Handgemenge.

Dem tobenden Patienten gelang es gar, einem Polizisten die Pistole aus dem Holster zu reissen. Dabei löste sich ein Schuss. «Zum Glück wurde dabei niemand verletzt», sagt Cortesi. Die Polizisten konnten den aggressiven Mann anschliessend überwältigen und festnehmen. Der 44-jährige Spanier wurde wenig später durch einen Notarzt in eine Klinik eingewiesen.

Schussagabe wird untersucht

Die Umstände der Schussabgabe werden jetzt durch die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Zürich abgeklärt. Am Tatort wurde durch das Forensische Institut Zürich eine umfassende Spurensicherung durchgeführt. «Man kann die Pistole nicht einfach so aus dem Holster nehmen – es gibt einen Sicherheitsmechanismus», betont Cortesi. So etwas komme denn auch ganz selten vor. «Deshalb sehen wir aufgrund der bisherigen Erkenntnisse bei der Stadtpolizei auch keinen Handlungsbedarf, andere Massnahmen einzuleiten.»

Konflikte zwischen Arzt und Patient kann es gemäss Michael Kohlbacher, Generalsekretär der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich, immer wieder mal geben: «Doch ein solch krasser Vorfall wie dieser ereignet sich glücklicherweise selten.»

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