Wallis: Schweizer Spital meldet vier Listeriose-Fälle
Aktualisiert

WallisSchweizer Spital meldet vier Listeriose-Fälle

Im Wallis haben sich vier Spitalpatienten mit Listerien infiziert – möglicherweise durch den Verzehr von Käse aus einer Schwyzer Gemeinde. Einer von ihnen, der an einer schweren Krebserkrankung litt, ist gestorben.

von
Martin Messmer
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Ein Krebspatient in einem Walliser Spital ist gestorben, nachdem er Käse gegessen hatte.

Ein Krebspatient in einem Walliser Spital ist gestorben, nachdem er Käse gegessen hatte.

Anfang Mai waren bei einer internen Inspektion Listerien in Produkten der Käserei Vogel in Steinerberg SZ gefunden worden. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV hat daraufhin eine Liste mit Käse-Sorten der betreffenden Käserei als öffentliche Warnung publiziert. Hier einer der Käse, der beanstandet wurde.

Anfang Mai waren bei einer internen Inspektion Listerien in Produkten der Käserei Vogel in Steinerberg SZ gefunden worden. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV hat daraufhin eine Liste mit Käse-Sorten der betreffenden Käserei als öffentliche Warnung publiziert. Hier einer der Käse, der beanstandet wurde.

Käserei Vogel
Auch die  Käserei informierte ihre Abnehmer und forderte sie auf, die Produkte aus den Regalen zu nehmen.

Auch die Käserei informierte ihre Abnehmer und forderte sie auf, die Produkte aus den Regalen zu nehmen.

Käserei Vogel

Darum gehts

  • In einem Walliser Spital haben sich vier Patienten mit Listerien infiziert.
  • Ein Krebspatient ist nun gestorben.
  • Alle vier Patienten haben während ihres Aufenthalts Käse gegessen.
  • Anfang Mai hat eine Käserei aus Steinerberg SZ Produkte wegen Listerien zurückgerufen.

Im Wallis haben sich vier Spitalpatienten mit Listerien infiziert – möglicherweise durch den Verzehr von Käse aus Steinerberg SZ. Einer von ihnen, der an einer schweren Krebserkrankung litt, starb. Beim Spital hiess es auf Anfrage, der Patient wäre auch ohne Listerien verstorben, da er sehr krank gewesen sei. Die Listerien-Erkrankung habe möglicherweise den Tod des Patients beschleunigt. Lebensverlängernde Massnahmen hätten der verstorbene Patient und die Angehörigen nicht gewünscht, sagte Nicolas Troillet, Infektionsarzt am Spital Wallis.

Gemäss den Angaben auf den Menüplänen haben die infizierten Patienten während ihres Aufenthaltes im Centre Hospitalier du Valais Romand (CHVR) tatsächlich Käse gegessen. Es sei aber nicht sicher, dass sie von dem betroffenen Käse konsumiert hätten, teilte das Spital am Montag mit. Die Ansteckung mit Listerien sei bei den Patienten zwischen dem 30. März und dem 2. Mai diagnostiziert worden. Die Warnung des Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vor den Listerien der betreffenden Käserei wurde am 5. Mai publiziert.

Bund gab Warnung heraus

Anfang Mai waren bei einer internen Inspektion die Listerien in Produkten der Käserei Vogel in Steinerberg SZ gefunden worden. Die Käserei informierte ihre Abnehmer und forderte sie auf, die Produkte aus den Regalen zu nehmen. Sie alarmierte auch das Labor der Zentralschweizer Kantone und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) über die Kontamination. Dieses gab daraufhin die Warnung heraus. Bei der Käserei Vogel gab es auf Anfrage von 20 Minuten keine Auskunft.

Das BVL warnt auf einer Liste vor 26 Käsesorten der Käserei Vogel, die man nicht verzehren solle. Beim BVL hiess es auf Anfrage, es gäbe immer mal wieder Fälle von Listerien, aber ein solches Ausmass sei selten.

Käserei ist gesperrt

Beim Laboratorium der Urkantone sagte der stellvertretende Kantonschemiker Beat Kolloeffel, bevor eine Käserei mit Listerien wieder Käse produzieren und verkaufen dürfe, müsse sie eine Reihe von behördlichen Massnahmen ergreifen. «Im Moment ist alles gesperrt, das Lager darf nicht in den Verkauf gelangen. Dann muss die Käserei gründlich gereinigt werden und es findet ein Listerien-Monitoring statt. Zudem braucht es ein neues Konzept mit Hygieneschulung der Mitarbeiter, damit das nicht mehr vorkommt.»

Bei Personen mit intaktem Immunsystem verläuft die Infektion mit Listerien meist milde oder sogar ohne Symptome. Bei immungeschwächten Menschen hingegen können sich aufgrund der Bakterien eine Reihe schwerer Symptome entwickeln, die unter Umständen zum Tod führen. Während der Schwangerschaft kann eine Listerien-Infektion zu einer Fehlgeburt führen oder das Kind kann mit einer Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung geboren werden.

Listerien in Käserei gefunden

In einer Käserei in Steinerberg SZ wurden Anfang Mai Listerien gefunden.

Video: gwa

Diese Sorten aus der Käserei sind betroffen

Folgende Produkte des Betriebs Käserei Vogel aus Steinerberg SZ (Betriebsnummer CH-5707) sind laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV betroffen:
• Bärlauch-Rahmkäse
• Bio Knoblauch-Rahmkäse
• Bio Pfeffer-Rahmkäse
• Bio Schafbergkäse
• Bio Schafbrie
• Bio Schafmutschli
• Bio Ziegenkäse
• Bio Brie
• Brie de-luxe/Brie Bloc
• Brie Tomate
• Brie Carré
• Chnobli Chäs
• Denner Bergkäse aus der Innerschweiz (siehe Rückruf Denner Bergkäse)
• Grottenkäse
• Pfeffer-Rahmkäse «Don Pepe»
• Rauch-Chäsli
• Steinerberger Bio Bergkäse
• Steinerberger Mutschli
• Steinerberger viertelfett
• Tell Geisskäse
• Ur-Schwyzer Bergkäse (Swiss Knife Valley)
• Urschwyzer halbfett
• Urschwyzer Kräuterkäse
• Wildspitz-Bergkäse
• Wildspitzkäse Bio Rahm
• Ziegenfrischkäse
• Ziegenkäse A.X.V.
• Migros Offenverkauf in der Deutschschweiz: Bio Schafkäse, Käseplättli mild, Steinerberger halbfett, Steinerberger viertelfett, Zuger Wildspitzkäse


Die Produkte sind gesamtschweizerisch in den Verkauf gelangtm teilte das Bundesamt mit. Das BLV empfiehlt, die betroffenen Produkte nicht zu konsumieren. Alle detaillierten Infos finden Sie hier beim BLV.


Bei Personen mit intaktem Immunsystem verläuft die Infektion mit Listerien meist milde oder sogar ohne Symptome. Bei immungeschwächten Personen kann sich eine Reihe schwerer Symptome mit, unter Umständen, tödlichem Ausgang entwickeln. Während der Schwangerschaft kann eine Listerien-Infektion zu einer Fehlgeburt führen oder das Kind kann mit einer Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung geboren werden.

(SDA)

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