«Penissimo» – Patrizia Laeri wehrt sich nach Twitter-Like gegen Sexismus-Vorwurf

Publiziert

«Penissimo»Patrizia Laeri wehrt sich nach Twitter-Like gegen Sexismus-Vorwurf

Satirikerin Patti Basler sah sich nach einem Tweet zum Comeback von «Benissimo» mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert. Auch das Konto des Start-ups von Patrizia Laeri likte den Beitrag – den Sexismus-Vorwurf bestreiten beide.

von
Christina Pirskanen
Daniel Graf
1 / 4
Die Satirikerin Patti Basler twitterte ein Bild, in dem das «Benissimo»-Logo in «Penissimo» abgeändert worden war. Die Finanzplattform für Frauen elleXX likte den Beitrag – Geschäftsführerin Patrizia Laeri erhob kürzlich Anklage gegen den Finanzblog «Inside Paradeplatz» aufgrund «sexistischer Berichterstattung».

Die Satirikerin Patti Basler twitterte ein Bild, in dem das «Benissimo»-Logo in «Penissimo» abgeändert worden war. Die Finanzplattform für Frauen elleXX likte den Beitrag – Geschäftsführerin Patrizia Laeri erhob kürzlich Anklage gegen den Finanzblog «Inside Paradeplatz» aufgrund «sexistischer Berichterstattung».

Urs Jaudas
Zum Bild schrieb Satirikerin Basler: «Wie alt, weiss und männlich kann eine Show eigentlich sein?» In den Kommentaren wirft man ihr Sexismus vor.

Zum Bild schrieb Satirikerin Basler: «Wie alt, weiss und männlich kann eine Show eigentlich sein?» In den Kommentaren wirft man ihr Sexismus vor.

SRF
Gegenüber 20 Minuten sagt Patrizia Laeri: «ElleXX hat nach der Medienanfrage von Radio Lozärn das Like gelöscht, da es absehbar wurde, dass das Like dekontextualisiert wird.»

Gegenüber 20 Minuten sagt Patrizia Laeri: «ElleXX hat nach der Medienanfrage von Radio Lozärn das Like gelöscht, da es absehbar wurde, dass das Like dekontextualisiert wird.»

Urs Jaudas

Darum gehts

Seit letzter Woche ist bekannt, dass die Schweizer Sendung «Benissimo» 2022 wieder ausgestrahlt werden soll. Als Reaktion darauf twitterte die Satirikerin, Kabarettistin und Autorin Patti Basler ein Bild, auf dem das «Benissimo»-Logo durch «Penissimo» ersetzt wurde. Dazu schrieb Basler: «Wie alt, weiss und männlich kann eine Show eigentlich sein?»

Wie «Radio Lozärn» berichtete, likte der offizielle Twitter-Account von elleXX, einer Schweizer Finanzplattform für Frauen, den Tweet. Geschäftsführerin der Schweizer Finanzplattform für Frauen ist die ehemalige SRF-Moderation Patrizia Laeri. Sie wehrt sich in einem laufenden Verfahren gegen den Finanzblog «Inside Paradeplatz» gegen vermeintlich sexistische Berichterstattung. Im betroffenen Artikel nennt der Autor Beni Frenkel die Geschäftsführerin unter anderem «das Seite-3-Girl des Finanzjournalismus» und fragt: «Darf man 2022 über eine Frau noch schreiben, sie sei eine Rakete?»

«Absehbar, dass das Like dekontextualisiert wurde»

«Radio Lozärn» fragte bei Laeri aufgrund der «Gefällt mir»-Angabe nach – und erhielt bislang keine Antwort. Stattdessen verschwand der «Like» unter Baslers Tweet. Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt Laeri den Grund für die Entfernung des «Likes»: «ElleXX hat nach der Medienanfrage von Radio Lozärn das Like gelöscht, da es absehbar wurde, dass das Like dekontextualisiert wird.»

Auf die Frage, weshalb der Beitrag vom elleXX-Konto überhaupt gelikt wurde, erklärt Laeri, es handle sich um einen satirischen Tweet der bekannten Satirikerin Patti Basler. Sie habe elleXX aufgrund des satirischen elleXX-Formates «#Männerfragen» im Beitrag getagged. #Männerfragen ist ein Format der Finanzplattform, welches Männer mit Fragen konfrontiert, die sonst nur Frauen gestellt werden. Den Fragen gestellt haben sich unter anderem schon FDP-Ständerat Ruedi Noser, der CEO der Ruag André Wall oder aber Arena-Moderator Sandro Brotz.

PR-Expertin kritisiert Entfernung des Likes

Satirikerin Basler sei fast selber ein alter, weisser Mann

Auch Tweet-Verfasserin Patti Basler wurde in den Kommentaren Sexismus vorgeworfen. Gegenüber 20 Minuten äussert sich die Satirikerin im gewohnten Stil – satirisch. «Wenn ich jetzt sage, das einfache ‹Penissimo›-Wortspiel lag mir auf der Hand oder auf der Zunge, wird das ja wohl auch falsch verstanden. Immerhin ist ‹Penissimo› die höchste Steigerung, der Superlativ, also eine Art verbales Viagra.» Sie gönne aber dem höchst verdienten Moderator Beni Thurnheer seine Show ebenso, wie sie der Salzburger-Stier-Preisträgerin Fatima Moumouni – einer jungen schwarzen Frau – eine eigene Show gönnen würde.

Basler nimmt klare Stellung gegen den Vorwurf, dass ihr Tweet sexistisch sei: «Einen alten, weissen Mann als solchen zu bezeichnen ist weder rassistisch noch sexistisch.» Da Basler männliche Perspektive, Definitionsmacht sowie von Männern publizierte Kultur und Wissenschaft derart prägten, sei sie inzwischen «fast selber ein alter, weisser Mann und daher nicht gefeit vor Sexismus und Rassismus». Der alte weisse Mann sei nicht ihr Feindbild. «Als anständige Satirikerin habe ich anstelle eines Feindbildes echte Feinde, die ich mir hart und ehrlich erarbeiten musste», so Basler.

My 20 Minuten

Deine Meinung

40 Kommentare