Neue Erotik-Domains: PatriziaLaeri.xxx ist noch zu haben
Aktualisiert

Neue Erotik-DomainsPatriziaLaeri.xxx ist noch zu haben

Mehr als 15 000 internationale Berühmtheiten können sich darauf verlassen, dass ihr Name nicht für eine neue Sex-Website missbraucht wird. Nicht so die Schweizer Promis.

von
Daniel Schurter
Eine Website mit «Patrizia Laeri» im Namen könnte viele Leute anlocken, die an freizügigen Bildern der TV-Beauty interessiert sind. Noch ist die Domain zu haben. (Screenshot: 20 Minuten Online)

Eine Website mit «Patrizia Laeri» im Namen könnte viele Leute anlocken, die an freizügigen Bildern der TV-Beauty interessiert sind. Noch ist die Domain zu haben. (Screenshot: 20 Minuten Online)

Wer dieser Tage www.sexy.xxx oder porno.xxx besucht, stösst nicht auf pornografisches Material. Noch nicht. Vorläufig sind die Webseiten noch jugendfrei, da es sich lediglich um Platzhalter für spätere Inhalte handelt.

Die Einführung der neuen Top-Level-Domain mit der Endung .xxx wurde insbesondere von der US-Pornoindustrie bekämpft und als reine Geldmacherei kritisiert. Doch sie ist nicht mehr aufzuhalten. Gemäss offiziellem Zeitplan beginnt am 7. September die Vorregistrierungsphase. Fachleute sprechen von der sogenannten Sunrise Period. In der Zeit bis 28. Oktober haben Unternehmen und Privatpersonen Zeit, ihre rechtlich geschützten Namen zu registrieren, beziehungsweise deren Missbrauch vorzubeugen.

Durch diese Vorlaufzeit sollen unberechtigte Domain-Registrierungen – sogenanntes Domain-Grabbing - verhindert werden. Denn es lauern gewiefte Geschäftsleute, die mit einem klingenden Namen möglichst viele Besucher auf ihre Erotik-Websites locken möchten.

Bevor ab dem 8. November der Kampf um die attraktivsten Internetadressen losgeht, sind bereits viele bekannte Namen vorgängig gesperrt worden. So wird es etwa BarackObama.xxx nicht geben. Genau so wenig wie JustinBieber.xxx oder AngelinaJolie.xxx. Nicht verfügbar sind aber auch ProphetMohammed.xxx oder OsamaBinLaden.xxx, also Adressen, die viele Internetnutzer in ihren (religiösen) Gefühlen verletzen könnten.

Für immer gesperrt

Diese Namen sind für immer blockiert. Das heisst, dass niemand eine entsprechende .xxx-Domain registrieren kann. Die Sperrung ist nicht von den besagten Personen veranlasst worden. Vielmehr hat die mit dem Verkauf der .xxx-Adressen betraute Firma ICM Registry Vorkehrungen getroffen. Dadurch erhofft man sich unter anderem, «komplizierte und häufig zeitraubende gerichtliche und aussergerichtliche Streitigkeiten» zu vermeiden.

Gesperrt sind auch verstorbene Persönlichkeiten wie Amy Winehouse, Jimi Hendrix oder Marilyn Monroe, wie «The Register» berichtet. Insgesamt habe ICM Registry laut eigenen Angaben über 15 000 Domain-Namen blockiert. Darunter seien neben dem Propheten Mohammed - in verschiedenster Schreibweise - auch die Hauptstädte der Welt zu finden. Schliesslich seien auch noch Tausende «Premium-Namen» reserviert, die später an den Meistbietenden versteigert werden.

Macht statt Sex Appeal

Die Liste der «Reserved Names» ist nirgends abrufbar. Wer herausfinden will, ob ein bestimmter Name gesperrt ist, kann dies über ein Online-Formular auf der Website der Registrierungsstelle tun. Mittels «Whois Lookup» lässt sich nach bereits vorhandenen Einträgen in der .xxx-Datenbank suchen. Die britische News-Seite «The Register» stellt trocken fest, dass die Liste mehr auf Macht als auf Sex Appeal beruht. So gehört beispielsweise der 64-jährige Multimilliardär Donald Trump dazu, aber auch die konservative US-Politikerin Sarah Palin.

Das Sichern (Registrieren) einer .xxx-Domain kostet übrigens gutes Geld. Einzelpersonen werden laut «The Register» mit 100 US-Dollar zur Kasse gebeten. Unternehmen, die nicht im digitalen Rotlichtbezirk auftauchen wollen, bezahlen eine einmalige Gebühr zwischen 200 und 650 Dollar.

Und die Schweizer?

Während viele internationale Promis entspannt zurücklehnen können, sieht es für Schweizer Berühmtheiten schlechter aus. Recherchen von 20 Minuten Online zeigen, dass noch keine bekannten Namen blockiert wurden. Spätestens ab Dezember, wenn praktisch jedermann eine .xxx-Domain registrieren lassen kann, könnte es darum zu Rechtsstreitigkeiten und Klagen von Betroffenen kommen.

Immerhin hat ICM Registry eine schnelle Eingreiftruppe ins Leben gerufen, die bei Verdacht auf Namens-Missbrauch reagieren soll. Dank dem Rapid Evaluation Service sollen Beschwerden innert drei Tagen behandelt werden.

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