Aktualisiert 10.10.2005 05:07

Patt in Polen

Der Kampf um das Präsidentenamt in Polen geht in die zweite Runde. Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten verfehlten die absolute Mehrheit. Es kommt zu einer Stichwahl.

Zwar erhielt der liberalkonservative Donald Tusk mit 35,8 Prozent nach der Auszählung von mehr als 90 Prozent die meisten Stimmen. Er verfehlte jedoch die absolute Mehrheit.

In zwei Wochen muss er sich in einer Stichwahl gegen den nationalkonservativen Lech Kaczynski behaupten, der 33,3 Prozent der Stimmen erhielt. Das offizielle Ergebnis wird voraussichtlich am Montagabend bekannt gegeben.

Um das Amt des polnischen Staatspräsidenten hatten sich insgesamt zwölf Kandidaten beworben. Deutlichen Wählerzuspruch fanden nur der radikale Bauernführer Andrzej Lepper (15,5 Prozent) und der Sozialdemokrat Marek Borowski (10,2 Prozent). Die übrigen acht Präsidentschaftskandidaten blieben jeweils unter zwei Prozent.

Die Wahlbeteiligung war mit 49,6 Prozent fast zehn Prozentpunkte höher als bei den Parlamentswahlen vor zwei Wochen, blieb aber weit unter der Wahlbeteiligung von 62 Prozent bei den Präsidentenwahlen 2000. Amtsinhaber Aleksander Kwasniewski durfte nach zehn Jahren als Präsident nicht wieder kandidieren.

Er gehe voller Optimismus in die Stichwahl, sagte Tusk am Wahlabend. «Das ist der Sieg, der Millionen von Polen Hoffnung gibt, die vor der zweiten Runde so notwendig ist», sagte der Vorsitzende der liberalkonservativen Bürgerplattform (PO).

Auch Lech Kaczynski zeigte sich überzeugt, die Stichwahl in zwei Wochen zu gewinnen. Sein Zwillingsbruder, der Vorsitzende der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, war ebenso optimistisch.

(sda)

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