Aktualisiert 21.02.2019 16:51

Umstrittener Kasper

«Pattaya ist nicht nur Sextourismus»

FIS-Präsident Gian Franco Kasper lässt schon wieder mit polemischen Aussagen aufhorchen. Diesmal geht es um den Verbandskongress in Thailand.

von
ddu
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«Pattaya ist nicht nur Sextourismus»: Mit dieser Aussage zur Verlegung des FIS-Kongresses nach Thailand sorgt Gian Franco Kasper für die nächsten Schlagzeilen.

«Pattaya ist nicht nur Sextourismus»: Mit dieser Aussage zur Verlegung des FIS-Kongresses nach Thailand sorgt Gian Franco Kasper für die nächsten Schlagzeilen.

Keystone/Valdrin Xhemaj
Mit einem am 4. Februar im «Tages-Anzeiger» publizierten Interview löste der FIS-Präsident bereits Unverständnis und Empörung aus.

Mit einem am 4. Februar im «Tages-Anzeiger» publizierten Interview löste der FIS-Präsident bereits Unverständnis und Empörung aus.

Keystone/Christian Bruna
Er leugnete den Klimawandel («Es gibt keinen Beweis dafür.») ....

Er leugnete den Klimawandel («Es gibt keinen Beweis dafür.») ....

Keystone/Jean-Christophe Bott

Gian Franco Kasper findet nicht aus den Schlagzeilen. Der Präsident des Weltskiverbands wehrte sich vor der Eröffnung der nordischen Ski-WM in Seefeld gegen die mediale Kritik, die wegen der Verlegung des Verbandskongresses 2020 nach Thailand über die FIS hereinprasselte. «Pattaya ist nicht nur Sextourismus, sondern auch normaler Tourismus und grosse Kongresse. Wenn wir jede Stadt prüfen müssten, ob es Prostituierte gibt, wird das hart», wird Kasper von der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zitiert.

«Für mich macht das keinen Unterschied, ich bleibe eh im Hotel», sagte der Engadiner vor Journalisten, die ihn offenbar arg bedrängten. In Thailand stehe all der Luxus zur Verfügung, der für die 1200 Kongress-Gäste benötigt werde. Ursprünglich hätte der Kongress im kommenden Jahr in Marokko stattfinden sollen. Wegen Problemen im vorgesehenen Hotel in Marrakesch wurde er aber nach Pattaya verlegt. Die an der östlichen Golfküste Thailands gelegene Stadt habe sich selbst bei der FIS angeboten. «Das FIS-Council hat sich dafür ausgesprochen», verteidigte sich der 75-Jährige.

Gegenüber der Sportschau reagierte Kasper genervt auf die Frage, weshalb der FIS-Kongress nach Thailand verlegt werde:

Die Gemüter erregt

Der FIS-Präsident hatte schon vorletzte Woche für Empörung gesorgt. In einem am 4. Februar auf Tagesanzeiger.ch veröffentlichten Interview liess er mit kontroversen Aussagen zu den Themen Klimawandel («es gibt keinen Beweis dafür») und Ausrichtungsorte von Sport-Grossanlässen wie Olympische Spiele («in Diktaturen ist es für uns einfacher») aufhorchen. Schweizweit und auch im benachbarten Ausland lösten seine Zitate viele Reaktionen aus.

Der Schweizer Slalomspezialist Daniel Yule zeigte sich schockiert über die Aussagen des FIS-Präsidenten. Aksel Svindal, der innerhalb der FIS als Athletensprecher amtet, übte heftige Kritik an Kasper. «Manchmal sagen Leute etwas, das so dumm ist, dass es keinen Kommentar braucht», sagte der Norweger am Rande der Ski-WM in Are gegenüber SRF zu den Zitaten des FIS-Präsidenten. Bastien Girod, Zürcher Nationalrat der Grünen, forderte gar Kaspers umgehenden Rücktritt.

Der Engadiner versuchte sich daraufhin aus der Affäre zu ziehen. In einem auf der FIS-Website publizierten Statement erwähnte er zweimal, dass die in den Medien veröffentlichten Aussagen «offenbar aus dem Zusammenhang gerissen» worden seien. Tonaufnahmen des Interviews beweisen aber, dass dies nicht der Fall war. Nach seinen jüngsten Aussagen dürfte es nun nicht ruhiger um Kasper werden.

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