Aktualisiert 04.02.2011 12:24

IschglPaul Accola als Skidieb verhaftet

Der ehemalige Schweizer Skirennfahrer machte unliebsame Erfahrungen mit der österreichischen Polizei: Die verhaftete ihn wegen seinen teuren Latten - und seinem schnellen Schritt.

von
ann
Gefreut hat sich Accola nicht, als es hiess: Sie sind verhaftet.

Gefreut hat sich Accola nicht, als es hiess: Sie sind verhaftet.

In schnellem Schritt lief Paul Accola gestern Abend mit Slalom-Skis durch Ischgl, als ihn drei Polizisten kurzerhand mit auf den Posten nahmen. Ihr Verdacht: Der ehemalige Schweizer Skistar habe die teuren Latten auf seiner Schulter stehlen wollen, berichtet «Blick» Online.

Wie kam es dazu? Accola war im Rahmen eines Plauschrennens für Börsenmakler im österreichischen Skiort. Zusammen mit dem Ex-Skistar Marc Girardelli war er die Attraktion des Parallelslaloms am Donnerstagabend. Trotz Plausch und Promistatus nahm Paul Accola das Rennen an jenem Abend ernst: Im Probelauf war er mit seinen langen Riesenslalomskis nicht so gut zurechtgekommen wie der Österreicher. «Für das richtige Rennen wollte ich mir darum im Hotel meine kurzen Slalom-Skis holen», sagt Accola gegenüber 20 Minuten Online. Damit die Gäste und Marc Girardelli nicht zu lange warten mussten, beeilte er sich. «Ich lief schon ziemlich schnell, gerannt bin ich aber nicht», so Accola.

Auf halbem Weg stellte sich ihm ein Polizeiauto in den Weg. «Drei Polizisten stiegen aus und umstellten mich.» Dann sei er mit Fragen bombardiert worden. Wem die Skis gehörten, woher er komme und ob er sich ausweisen könne. «An den Namen des Hotels konnte ich mich nicht mehr erinnern und der Ausweis lag dort in meinem Zimmer. Ich wollte ihn schnell holen, da packten sie mich schon und steckten mich ins Auto.»

Fluchwörter für die Polizisten

Die unsanfte Behandlung der Beamten liess im Ex-Skistar die Wut hochsteigen. «Läck mir am A****», wetterte er lauthals.

Doch die Beamten liessen sich davon nicht beeindrucken. Auf dem Posten sei dann alles schnell gegangen. «Man hat mich erkannt und nach fünf Minuten war ich wieder draussen.»

Aus der Bahn geworfen hat ihn das Erlebnis nicht. Paul Accola fuhr gleich nach seiner Rückkehr wie geplant das Rennen. «Und ich habe auch gewonnen», erzählt er wie beiläufig.

Auch den Polizisten mag der Schweizer nicht böse sein. «Ich hatte eine schwarze Kappe auf, darum haben sie mich wohl nicht erkannt. Ausserdem trug ich Strassenschuhe, das war wohl schon etwas verdächtig.» Dass er Fluchwörter benutzt hat, ist ihm im Nachhinein peinlich. «Ich habe mich bei den Beamten dafür entschuldigt.»

Tausend Paar Ski, weiss Accola jetzt, werden in Ischgl pro Jahr gestohlen. «Da ist es schon wichtig, dass sie verdächtige Personen unter die Lupe nehmen», fügt Accola noch an.

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