Aktualisiert 24.09.2014 10:24

Onlinezahlungen

Paypal akzeptiert neu Bitcoins

Der Online-Bezahldienst Paypal akzeptiert in Zukunft Bitcoin als Zahlungsmittel. Der Kurs der Internetwährung legte daraufhin stark zu.

von
K. Wolfensberger

In einem Blogeintrag und auf Twitter hat der Onlinebezahldienstleister Paypal eine spezielle Neuerung präsentiert: Händler können als Zahlungsmittel ab sofort die Internet-Währung Bitcoin akzeptieren. Ermöglicht wird der Schritt durch eine Zusammenarbeit mit den Bitcoin-Firmen Bitpay, Coinbase und Gocoin. In einem ersten Schritt führt Paypal die Neuerung in den USA und Kanada ein, der Rest der Welt soll aber bald folgen.

Ganz überraschend kommt der Schritt von Paypal jedoch nicht. Angekündigte Partnerschaften und ein Werbespot wiesen laut Szenekennern darauf hin, dass der Zahlungsdienstleister Pläne hatte, die Online-Währung in sein System zu integrieren. Einzig der Zeitpunkt sei erstaunlich: Niemand habe damit gerechnet, dass es so schnell passieren würde. Der Kurs der Währung reagierte äusserst positiv auf die Neuigkeit und legte innert kürzester Zeit um bis zu zehn Prozent zu.

Die eBay-Tochter Paypal selbst erklärt: «Wir haben als Firma technische Innovationen immer begrüsst, wobei unser Fokus auf der Sicherheit und Verlässlichkeit der Transaktionen liegt.» Um das zu gewährleisten, befolge Paypal in sämtlichen Ländern die jeweiligen Gesetze und Regulierungen. In Bezug auf die Internetwährung bedeute dies, dass Bitcoin-Partnerfirmen dahingehend überprüft würden, ob sie funktionierende Anti-Geldwäscherei-Mechanismen implementiert hätten.

Image dürfte wieder besser werden

Laut Experten ist der Schritt von Paypal für die weitere Entwicklung der Internet-Währung von grosser Bedeutung. Verschiedene Skandale, wie zum Beispiel die Pleite der Bitcoin-Börse Mt. Gox, hatten stark an der Glaubwürdigkeit der Online-Währung gekratzt. Dies könnte dank der Akzeptanz der Währung durch Paypal in Vergessenheit geraten. Bitcoin-Experte Christian Mäder beispielsweise schreibt auf seinem Blog: «Somit erhält Bitcoin ab sofort eine enorme Reichweite. Vielleicht genau die Reichweite, die noch gefehlt hat.»

Die Nachricht von Paypal ist nicht die einzige Neuigkeit aus der Welt der Bitcoins. Im Restaurant Wok Sushi Zen in Lugano eröffnete die Firma Bitcoin Suisse AG diese Woche den ersten Bitcoin-Bankomaten der italienischsprachigen Schweiz. Im Zürcher Kaffee Schoffel steht bereits seit April ein Automat, der den Wechsel von Schweizer Franken in Bitcoins erlaubt. Im Lokal an der Schoffelgasse im Niederdorf kann man ausserdem mit der Online-Währung bezahlen.

Bitcoin - was ist das?

Bitcoin ist ein weltweites Zahlungsssystem. Entstanden ist es als Alternativwährung, die nicht von Zentralbanken abhängig ist. Überweisungen erfolgen direkt über das Internet von einem Teilnehmer zum anderen. Für die Transaktionen werden sogenannte digitale Brieftaschen oder E-Wallets verwendet.

Getauscht und gekauft werden können Bitcoins zum Beispiel auf Online-Börsen. Eine weitere Möglichkeit zum Bezug von Bitcoins sind spezialisierte Geldautomaten, wo man Bargeld direkt gegen Bitcoins tauschen und sich diese via QR-Code auf ein E-Wallet überweisen kann. Der Wert entwickelt sich aufgrund von Angebot und Nachfrage.

Der Handel mit Bitcoins birgt Risiken. In der Vergangenheit kam es bei Bitcoin-Börsen mehrfach zu Pleiten, Anleger verloren ihr Geld. Kritiker monieren ausserdem, dass der Kurs der Bitcoins massiven Schwankungen unterworfen ist und dass die Online-Währung für Geldwäscherei missbraucht wird.

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