Trainingsflugzeug: PC-21 überzeugt Luftwaffe, Rahmenbedingungen weniger
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TrainingsflugzeugPC-21 überzeugt Luftwaffe, Rahmenbedingungen weniger

Die Schweizer Luftwaffe bildet seit zehn Wochen ihre Jet-Piloten am Propellerflugzeug Pilatus PC-21 aus. Mit dem Schulungsflugzeug sind die Ausbildner zufrieden, nicht aber mit den Rahmenbedingungen.

Dass das Propellerflugzeug PC-21 eine bessere Ausbildung für Jet- Piloten ermöglicht als der bislang eingesetzte Tiger F-5, überrascht auf den ersten Blick. Der PC-21 sei ein Wolf im Schafspelz, erklärte der Kommandant der Pilotenschule, Fredy Prachoinig, am Dienstag auf dem Militärflugplatz Emmen.

Prachoinig verweist auf die digitale Revolution, die in den letzten 30 Jahren auch die Fliegerei erfasst habe: Im Cockpit lösten Flachbildschirme die elektromechanischen Instrumente ab.

Das Cockpit des PC-21 ähnelt dem des F/A-18 aufs Haar. Die Schüler können so in dem Propellerflugzeug die moderne Technik eines Jets erlernen und dann direkt auf den F/A-18 umsteigen. Zudem ist der PC-21 im Betrieb billiger und leiser als der Tiger.

Vom PC-21 waren mit dem Rüstungsprogramm 06 sechs Stück beschafft worden. Die Luftwaffe ist nicht nur bezüglich der Ausstattung mit dem Kauf zufrieden.

Cheffluglehrer Michael von Jenner sagte, die Kinderkrankheiten hielten sich im erwarteten Rahmen. Das Flugzeug habe ein jet-ähnliches und gutmütiges Flugverhalten. Einziger Nachteil sei die gegenüber einem Jet beschränkte Flugleistung.

Kein Simulator

Trotzdem kann die Ausbildung der ersten vier jungen Piloten, die während 45 Wochen auf dem PC-21 geschult werden, nicht wunschgemäss durchgeführt werden. So fehlt ein Simulator. Dieser wird erst dem nächsten Lehrgang, der im 2011 startet, zur Verfügung stehen.

Mit dem Simulator könnten auf rund 40 der 210 Schulflüge verzichtet werden. Zudem braucht es für gewisse Übungen aus Gründen der Sicherheit einen Simulator.

Weil der PC-21 ein Propellerflugzeug ist, muss er tief in dicker Luft fliegen. Damit er dort nicht Segel- und Motorflugzeuge gefährdet, braucht es Übungslufträume. Diese standen bislang nicht wie gewünscht zur Verfügung, doch dürfte sich hier die Situation gemäss Luftwaffensprecher Laurent Savary in einigen Tagen ändern.

Auf Kritik stösst auch das Standortkonzept. Die Pilotenausbildung wird in Emmen und Sitten durchgeführt. Von der Topographie und seiner geografischen Lage her sei Sitten kein günstiger Standort, sagte Lehrgangskommandant Thierry Goetschmann.

Für Goetschmann handelt es sich hier um ein politisches Problem. Die Stadt Sitten ziehe den PC-21 dem F/A-18 vor, sagte er. Zudem gehe es auch um Arbeitsplätze.

(sda)

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