Aktualisiert 13.12.2017 14:39

Pilatus-Werke Stans

PC-24 des ersten Kunden auf Jungfernflug gefilmt

2018 werden die neuen PC-24-Businessjets der Pilatus-Flugzeugwerke ausgeliefert. Ein Leser-Reporter hat die Landung des ersten dieser Jets festgehalten.

von
gwa/sda

«Ich habe das Flugzeug auf dem Flugplatz entdeckt und bin nach draussen gegangen, um Aufnahmen zu machen», sagt ein Leser-Reporter. Gefilmt hatte er den ersten PC-24, der an einen Kunden in den USA ausgeliefert wird, am Montag gegen 15 Uhr. «Ich finde es einmalig, was hier produziert wird. Darauf kann man stolz sein.»

«Der Erstflug hat tipptopp geklappt», sagt Oscar J. Schwenk, VR-Präsident der Pilatus Flugzeugwerke AG. Erst am Freitag hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass der PC-24 das Typenzertifikat der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) und der US-Behörde Federal Aviation Administration (FAA) erhalten hatte. Damit ist der Weg für die Auslieferung frei. «Der Erhalt der Zertifizierung ist nun die Genugtuung für unsere jahrelangen unermüdlichen Anstrengungen.» Rund elfeinhalb Jahre wurde am Jet entwickelt.

Erster PC-24 geht in die USA

«Normalerweise geht es nach der Zertifizierung Monate, bis das erste serielle Flugzeug abhebt», sagt Schwenk. Die Pilatuswerke haben jedoch die Produktion der Serienflieger parallel zur jener der Prototypen geführt. Eigentlich war geplant, den ersten PC-24 der Serienherstellung bereits am Freitag, also am Tag der Zertifizierung steigen zu lassen, aber: «Das Wetter hat nicht mitgespielt.»

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Der ganze Stolz der Pilatus Flugzeugwerke: Der Businessjet PC-24.

Der ganze Stolz der Pilatus Flugzeugwerke: Der Businessjet PC-24.

Pilatus Aircraft Ltd
Am Montag hat der erste seriell hergestellte PC-24 seinen Erstflug erfolgreich absolviert (siehe Video). Am selben Tag sind auch die Bilder in dieser Bilderstrecke entstanden.

Am Montag hat der erste seriell hergestellte PC-24 seinen Erstflug erfolgreich absolviert (siehe Video). Am selben Tag sind auch die Bilder in dieser Bilderstrecke entstanden.

Pilatus Aircraft Ltd
Elfeinhalb Jahre haben die Flugzeugwerke am Jet gearbeitet.

Elfeinhalb Jahre haben die Flugzeugwerke am Jet gearbeitet.

Pilatus Aircraft Ltd

Den ersten in Serie hergestellten PC-24 erhält das Flugzeugsharing-Unternehmen PlaneSense. Weitere sollen folgen: PlaneSense hat fünf PC-24-Maschinen bestellt. Noch diesen Monat wird das US-Unternehmen den Jet in Stans abnehmen, im Januar wird er in die USA überführt. PlaneSense setzt schon länger auf Pilatus: Zur Flotte gehören auch 35 PC-12-Maschinen. «Die Firma ist mit unseren Flugzeugen gross geworden», sagt Schwenk.

Jet aus Nidwalden im australischen Outback

Neben Firmen gehören aber laut Schwenk auch Privatpersonen zu den Kunden, etwa Ex-Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck. Aber auch der Bundesrat oder der Staatspräsident von Botswana werden sich einen Jet aus Nidwalden anschaffen. Sie bezahlen für ihren Jet je 8,9 Millionen Franken.

Neben dem Einsatz als Businessjet wird er auch als Flugzeug-Ambulanz eingesetzt – beispielsweise vom Royal Flying Doctor Service of Australia, eine gemeinnützige Institution, die Menschen in wenig besiedelten Gebieten Australiens medizinisch versorgt. Der Vorteil: Der PC-24 bietet kann auf kurzen Naturpisten starten und landen. «Im Schnitt benötigt das Flugzeug rund 800 Meter. Das ist sehr wenig.» Zudem habe der Flieger eine grosse Frachtluke.

Weit über 500 Millinen Franken investiert

Im Jahr 2018 sollen insgesamt 23 der 84 bestellten PC-24 an Kunden in der ganzen Welt ausgeliefert werden. In das Programm investierte Pilatus weit über 500 Millionen Franken. Dazu kämen über 150 Millionen Franken, die Pilatus in Gebäude und modernste Maschinen am Werkplatz Stans gesteckt habe. In den USA wird zudem in ein neues Werk für den Endausbau investiert, das im Herbst 2018 in Betrieb genommen werden soll.

Der PC-24 ist das erste Düsenflugzeug, das die Pilatus Flugzeugwerke herstellen. Er bietet je nach Ausbau bis zu zehn Personen Platz und hat eine Reichweite von rund 3600 Kilometern, das entspricht in etwa der Luftlinie Moskau - Santiago de Compostela. Das 17 Meter lange Geschäftsflugzeug erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 815 km/h.

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