Aktualisiert 25.06.2009 15:25

Sorgenecke für LehrlingePE: Wichtiger Teil der Ausbildung

Ich absolviere meine KV-Lehre in einer Immobilienverwaltung und bearbeite zurzeit die Prozesseinheit zwei. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass ich im ­Betrieb daran arbeiten darf. Auf Nachfrage hat mir ­meine Lehrlingsbetreuerin aber ausdrücklich erklärt, dass es freiwillig sei, den Lehrlingen am Arbeitsplatz dafür Zeit zur Verfügung zu stellen. Stimmt das? Jonas

In einer Prozesseinheit (PE) analysieren Lernende einen betrieblichen Prozess, beschreiben ihn schriftlich und stellen ihn in Form eines Flussdiagramms dar. Sinnvoll ist, dass du einen solchen Prozess selbst mindestens dreimal durchspielen kannst, damit du ihn verstehst. Beliebte Klassiker sind die Büromaterialver­waltung, der Ablauf einer Kundenbestellung, einer Fakturierung oder Zahlung, das Erbringen einer Dienstleistung.

Das Ausbildungsreglement besagt in Art. 3, Abs. 6: «Im Lehrbetrieb werden Prozesseinheiten zu betrieblichen Abläufen durchgeführt.» Die PE ist klarer Teil der betrieblichen Ausbildung. Du musst sie folglich auch nicht zu Hause erarbeiten. Für jede PE steht dir eine bestimmte Stundenzahl zur Verfügung, innerhalb derer du die ganze Sache «durchziehen» musst. Schau in deinem Modell­lehrgang nach!

Wenn du trotz angemes­senem Schwierigkeitsgrad den Zeitrahmen nicht einhältst, kann man allerdings von dir verlangen, zusätzlich in der Freizeit daran zu arbeiten. Wichtig ist dann, dass die Gründe dafür im Beur­teilungsgespräch genau angeschaut werden. Das kann eine der Funktionen des Lernjournals sein, das du für dich (nicht für den Lehrmeister!) parallel zur Erstellung der PE führst. Die Arbeitszeit für das Lernjournal solltest du übrigens ebenfalls in deine Zeitplanung miteinbeziehen.

Ralf Margreiter

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.