Familiensache: Peace, Bro!
Aktualisiert

FamiliensachePeace, Bro!

Sängerin Tinkabelle und ihr Bruder haben sich so fest gern, dass es auch mal wehtut.

von
Lucien Esseiva
«Wegen ihm brach ich mir den Arm»: Tanja und Sven am Argovia- Fäscht. (Lukas Mäder)

«Wegen ihm brach ich mir den Arm»: Tanja und Sven am Argovia- Fäscht. (Lukas Mäder)

Tanja, 30, Country-Pop

«Sveni: So nannte ich meinen gros­sen Bruder immer und brachte ihn damit ziemlich auf die Palme. So richtig nerven konnte ich ihn auch, wenn ich wieder einmal bei voll aufgedrehter Stereoanlage durch mein Zimmer hüpfte oder in die Klaviertasten haute und dazu lauthals sang. Schon als kleines Kind konnte ich kaum still sitzen. Der Teppich in meinem Zimmer war vor lauter Tanzübungen total flach getreten. Unsere Geschwisterliebe hat manchmal ziemlich wehgetan. Als mich meine Mutter im Badezimmer wickelte, lenkte mich Sven so sehr ab, dass ich in die Badewanne fiel und mir den Arm brach. Ein anderes Mal drängte er mich beim Fangis in der Stube ab. Resultat: Hechtsprung in den Kachelofen und ein Loch im Kopf. Als Teenie war es dann besonders cool, einen grossen Bruder zu haben. Wenn wir sturmfrei hatten und eine Party im Elternhaus machten, brachte er mir immer die schönsten Jungs aus der Schule heim.»

Sven, 31, Trip-Hop

«Meine Schwö und ich haben eine extrem enge Beziehung. Erst wohnten wir zwanzig Jahre lang im Elternhaus Tür an Tür. Als wir beide auszogen, wurden wir bald wieder Nachbarn und hatten die Wohnungen nebeneinander im gleichen Haus. Da musste ich öfter bei ihr klingeln – nächtlicher Musikterror! Früher habe ich auch Musik gemacht. Aber bei mir wars elektronisch. Trip-Hop, so im Stil von Portishead. Lustigerweise habe ich ziemlich genau dann damit aufgehört, als es mit Tanjas Erfolg losging. Eifersüchtig bin ich deswegen überhaupt nicht auf sie. Im Gegenteil: Ich bin extrem stolz auf meine Schwester, und es ist verrückt zu sehen, was gerade alles passiert bei ihr. Momentan konzentriere ich mich auf meinen neuen Job. Ich mache mich als Fotograf selbständig. Das Schöne daran: So bin ich wieder öfter mit meinem Schwöschterherzli unterwegs. Ich schiesse nämlich die Fotos der Tinkabelle-Auftritte.»

Ein bisschen Frieden

Auf dem Foto von 1983 daheim im Aargauischen ist Tanja zwei, Sven drei Jahre alt. Beide Bachmanns haben eine kreative Ader: Sven ist Grafiker und Fotograf, Tanja liess sich zur Gesangslehrerin aus­bilden. Schon ihr erstes Album «Highway» hat Goldstatus erreicht. Mit dem ialienischen Popsänger Luca Napolitano hat sie kürzlich die Single «Fino a tre (Turn Around)» auf­genommen. Ihre neue CD «Highway (Gold Edi­tion)» erscheint am 24. Juni.

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