Peiniger sperrte Stephanie in verschraubte Holzkiste
Aktualisiert

Peiniger sperrte Stephanie in verschraubte Holzkiste

Die Dresdner Schülerin, die wochenlang entführt und missbraucht worden war, hatte Zeugen zufolge keine Chance, ihrem Peiniger zu entkommen. Mario M. hatte die heute 14-Jährige in seiner Abwesenheit immer in eine Holzkiste eingesperrt.

Eine Ermittlungsbeamtin berichtete am Dienstag vor dem Dresdner Landgericht, den Deckel habe er stets mit mehreren Schrauben gesichert. Ausserdem soll er das Mädchen zuvor mit einem abgeschnittenen Socken und Heftpflaster geknebelt haben.

Die Polizistin sagte, in der Wohnung habe sich auch eine Art Trophäensammlung mit Unterwäsche und Schamhaaren von jungen Frauen befunden, mit denen er Beziehungen hatte. Ausserdem stellte die Polizei eine präparierte Reisetasche sicher, mit der heimliche Filmaufnahmen möglich sind.

Vergangene Woche hatte das Gericht erklärt, auf die Vernehmung des Opfers verzichten zu wollen. Nach der Flucht des Angeklagten auf das Dach des Dresdner Gefängnisses hatte die junge Frau erklären lassen, sie sei nicht mehr in der Lage in Gegenwart ihres Peinigers auszusagen.

Offen blieb, ob ihre Aussage bei der Polizei im Prozess verlesen werden kann. Die Anklagebehörde hatte mehrfach betont, für eine Verurteilung zu einer hohen Strafe reichten die angeklagten Fälle aus.

Dem geständigen Angeklagten wird vorgeworfen, das Mädchen im Januar auf dem Schulweg entführt, in seiner Wohnung bis zu ihrer Befreiung fünf Wochen später gefangen gehalten und immer wieder vergewaltigt zu haben. (sda)

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