Diese Autonamen haben für Ärger gesorgt
Unter Reventón versteht man in Spanien einen Reifenplatzer. Dass Lamborghini ein Modell so benannte, war also eher ungünstig. 

Unter Reventón versteht man in Spanien einen Reifenplatzer. Dass Lamborghini ein Modell so benannte, war also eher ungünstig.

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PR-PannePeinliche Autonamen, die für Ärger gesorgt haben

Bei der Benennung ihrer Modelle lassen Autohersteller viel Kreativität walten. Dass dabei aber einiges schiefgehen kann, beweist unsere Top 10 der kuriosesten Namensschöpfungen.

von
Fabio Simeon / A&W Verlag

10. Seat Exeo – aber quo vadis?

Seat

Was das VW-Tochterunternehmen Seat ihrem Audi-A4-Ableger Exeo (lat. ich gehe hinaus) mit auf den Weg geben wollte, werden wir wohl nie erfahren. Allein deshalb hat sich der Kombi mit Premium-Feeling zum Sparpreis einen Platz in unserer Top-Liste der skurrilsten Autonamen verdient.

9. Audi TT Coupé – Eine kopflose Sache

Audi

Am Design des 1998 lancierten Audi TT Coupé schieden sich die Geister. Dementsprechend schnell legte der damals einzige echte Sportwagen von Audi – der R8 röhrte erst Jahre später aus den Werken Ingolstadts – an Popularität zu. Während die TT-Betitelung im deutschsprachigen Raum, von den flachen Kosenamen «Trottel Taxi» und «Tussi Transporter» mal abgesehen, kaum hinterfragt wurde, belächelte man die kopflose Namensgebung in Frankreich. Denn: Spricht man die Sprache der Liebe, so wird aus einem «TT Coupé» schnell mal ein «Tête coupé», was dann doch stark ans Ableben von König Ludwig XVI und die Guillotinen-Zeiten erinnert. Trotz des Namens-Fauxpas wurde der TT zum Verkaufshit, was ein weiteres Köpferollen wohl verhinderte.

8. VW Phaeton – Göttlich versagt

Volkswagen

Innerhalb des Volkswagenkonzerns schmücken aber nicht nur Audi und Seat ihre Modelle mit skurrilen Bezeichnungen. 2002 rollt mit dem VW Phaeton ein weiterer namenstechnischer Fehlgriff vom Band. Statt die viertürige Oberklassen-Limousine wie gewohnt nach einem Wind zu benennen, ziert der Name des Sohnes von Sonnengott Helios das Heck. Dieser ist hauptsächlich dafür bekannt, den kostbaren Wagen seines Vaters während einer Strolchenfahrt zerstört zu haben. Auch die Geschichte des Luxus-VW hat etwas von einem tragischen Helden: Nach über einer Milliarde Euro Entwicklungskosten musste der Konzern Analysten zufolge jeden einzelnen Phaeton mit bis zu 28’000 Euro subventionieren. Anders als in Fernost, wo sich die Limousine ordentlich verkauft, interpretierte man sie in Europa wohl als viel zu teuren Riesen-Passat.

7. Audi e-tron – Haute KOTure

Audi

Dass auch die ganz Grossen nicht immer aus ihren Fehlern lernen, beweist Audi mit der e-tron-Familie. Es scheint nämlich so, als überprüfe die Marketing-Abteilung mit den vier Ringen aber ohne französisch sprechende Personen, ihre Namensgebung noch immer nur auf der deutschen Seite des Rheins. So denken wir beim e-tron an Audis vollelektrisches SUV, während die Grande Nation zwangsläufig einen étron, also Kothaufen, vor dem inneren Auge sieht. Franzosen, welche sich trotzdem einen rein elektrischen Audi gönnen wollen, aber weder Nerven noch Zeit für fiese Sprüche an roten Ampeln, dafür das nötige Kleingeld haben, können sich seit Kurzem die 530 PS starke Sportversion e-tron GT ordern. Dieser sorgt mit seinem aggressiven Look und dem 4,1 Sekunden Sprint vom Stand auf Tempo 100 für andere Gedanken.

6. Hyundai Kona – Bis zur Namensänderung

Hyundai

Nicht nur deutsche Autobauer kämpfen mit den Fremdsprachen dieser Welt. So musste Hyundai 2017 beim frisch lancierten Kona nochmals über die Bücher. Was wie ein Fantasiebegriff klingt, kurz, knackig und international leicht auszusprechen ist, verursacht in Portugal Probleme. Der Grund: Wer in portugiesischer Sprache das komplett gleich klingende Wort cona ausspricht, benutzt einen vulgären Ausdruck für das weibliche Geschlechtsteil. Hyundais Lösung für das Problem: Der südkoreanische Crossover wird im westlichsten Land Europas als «Kauai», eine Hauptinsel von Hawaii, verkauft.

5. Fiat Uno – In Finnland eine Rarität

Stellantis

Mit dem Fiat Uno schickten die Italiener 1983 den Nachfolger des 127-ers auf die Strasse. Der Name sollte dabei wohl das Ziel, die Nummer Eins im Kleinwagensegment zu werden, symbolisieren. Spätestens mit der Hot-Hatch-Version Turbo zwei Jahre später ist dies auch gelungen. 845 Kilogramm trafen auf 105 PS Leistung und 147 Nm Drehmoment. Daraus resultierte eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und ein 0-100 km/h Sprint in 8,3 Sekunden. Er übertraf damit den Peugeot 205 GTi 1,6 (196 km/h und 9,1 Sekunden) und schlug auch den teureren VW Golf GTI 1,8 (188 km/h und 9,6 Sekunden). So fuhr sich die Rennsemmel in die Herzen Europas. Ausser in jene der Finnen und Finninnen. Sie assoziieren Uno nämlich weder mit der Eins noch mit dem Kartenspiel, vielmehr heisst es einfach nur «Trottel». Einen Fiat Trottel Turbo – zu den finnischen Verkaufszahlen dürfte damit wohl alles gesagt sein.

4. VW Vento – Der früheste Abgasskandal

Volkswagen

Als Nachfolger der zweiten VW Jetta Generation sollte er das angekratzte Wolfsburger-Image aufpolieren und die Verkäufe vorantreiben. Deshalb musste bei der neuen Stufenheck-Variante des Golf III alles besser werden. Also erarbeiteten die Designer eine neue Form, das Marketing einen neuen Namen: Vento. Vor allem Letzteres sorgte in Italien für Gelächter und einen Abgasskandal der komischen Art. So heisst Vento südlich des Gotthards zwar Wind, aber umgangssprachlich eben auch Furz.

3. Lamborghini Reventón – Die Luft ist raus

Mecum Auction

Auch Supersportwagen-Hersteller sind nicht vor Namenspatzer gefeit. So stellte der Autobauer aus Sant'Agata Bolognese 2007 den Lamborghini Reventón vor. Der auf 22 Stück limitierte Supersportler, basiert auf dem Murciélago, leistet 650 PS und schiesst vom Stand in 3,4 Sekunden auf Tempo 100. Und wie üblich geht sein Name auf einen Kampfstier zurück. In diesem Fall sogar auf einen, welcher sein mit roten Tüchern wedelndes Gegenüber tötete. Die Kombination aus dem brüllenden V12, der Kampfjet-Optik und der Namenshistorie lehrten so manchem das Fürchten. Nicht so unseren spanischen Berufskollegen und -kolleginnen. Diese dürften die Modellbezeichnung wohl mehrmals gelesen haben, bevor sie sich vorzüglich darüber amüsierten. Denn: Unter Reventón versteht man im Königreich einen Reifenplatzer. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h darf dieser Name niemals Programm werden.

2. Ford Pinto – Schlüpfriger Zufall?

Ford

Anfangs der 70er-Jahre starteten die amerikanischen Autohersteller mit den Lancierungen ihrer ersten Kompaktmodelle. So präsentierte Ford 1970 den Pinto. Ein Schrägheck-Coupé mit vier Zylindern, drei Millionen verkauften Exemplaren, zwei runden Frontschweinwerfern und einem riesigen Problem: Bei Auffahrunfällen verwandelte sich der Ford oft in ein hochbrennbares Gefängnis. Dafür verantwortlich war die Fehlkonstruktion des Tanks. Dieser war (wie damals nicht unüblich) zwischen Heckstossstange und Hinterachse untergebracht aber ohne jeglichen Knautschraum versehen, so dass bei Aufprällen die Tankstutze brach und Benzin ins Fahrzeuginnere auslief. Achtung anstössiger Zufall: Das Modell, das hochgeht, wenn es knallt, hat einen sehr passenden Namen, denn Pinto heisst im Spanischen auch kleiner Penis oder Feigling.

1. Mitsubishi Pajero – Von wegen Raubkatze

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Der erste Platz geht an Mitsubishi und ihre Pajero-Panne: Eine südamerikanische Raubkatze – zoologische Bezeichnung felis pajero – soll der Namensgeber gewesen sein, teilte Mitsubishi auf ihren Faux-Pas angesprochen mit. Die Eigenschaften dieser geschmeidigen und anmutigen Wildkatze seien ihrem SUV zu Recht zugeschrieben worden, meinten die Japaner weiter. Dumm nur, dass in allen spanisch sprechenden Teilen der Welt Pajero für einen männlichen Masturbator, bzw. W***r steht. Das Unternehmen rekonstruiert seinen Faux-Pas wie folgt: «Eines haben wir nicht bedacht: Pajero ist zwar die zoologische Bezeichnung für eine Wildkatze, aber ausgerechnet in der spanischen Vulgärsprache hat 'pajero' eine nicht wiederzugebende Bedeutung.» Unterdessen bietet Mitsubishi ihr SUV in Spanien und Südamerika als Montero (Bergjäger) an.

Wie wichtig ist dir der Name eines Autos? Achtest du beim Autokauf darauf? Wäre es dir peinlich, mit einem solchen Automodell herumzufahren?

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