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ÖV extremPeking plant den Super-Bus

Die Hauptstadt Chinas erstickt im Verkehr. Nun wollen findige Köpfe die Lösung gefunden haben: Ein Bus für 1400 Passagiere, unter dem es Platz für Autos hat.

von
jcg

Peking gilt neben Mexiko-Stadt als der Ort mit den am meisten verstopften Strassen weltweit. Es wird erwartet, dass sich bis Ende Jahr 5 Millionen Autos durch die Strassen quälen werden. Die Zunahme an Motorfahrzeugen ist enorm. Erst im letzten Dezember wurde die 4-Millionen-Marke überschritten. Die Strassen der Hauptstadt können dieses Verkehrsaufkommen je länger je weniger schlucken. Ganz zu schweigen von der Luftverschmutzung, unter der die Menschen in Peking leiden.

Innovative Lösungen sind daher dringend gefragt. Eine solche glaubt Shenzhen Hashi Future Parking Equipment gefunden zu haben. Das Unternehmen hat einen Bus entworfen, der bis zu 1400 Menschen fassen kann. Der Clou des Über-Busses ist, dass er über dem normalen Verkehr fährt. So breit wie zwei Fahrspuren verfügt der Bus über erhöhte Seitenwände, die einen fahrenden Tunnel bilden. So kann der schnellere Individualverkehr ungehindert unter dem Bus durchfahren oder, was vermutlich öfter der Fall sein wird, der Bus kann lästige Staus elegant überschweben.

Ausführliche Tests

In den kommenden Monaten sollen nun ausführliche Tests beginnen, wie Song Youzhou, CEO von Shenzhen Hashi Future Parking Equipment, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte. Zuerst soll im Westen der Stadt eine sechs Kilometer lange Teststrecke gebaut werden. «Ab der zweiten Jahreshälfte 2011 planen wir Tests mit Passagieren an Bord», so Song. Die Tests sollen insgesamt 12 Monate dauern. Zuerst muss aber noch der Bus gebaut werden. Hashi verhandle laut Song derzeit mit drei chinesischen Fahrzeugherstellern über die Herstellung des umweltfreundlichen Gefährts, für das Elektroantrieb und Solarpanels geplant sind.

Im Endausbau soll das Super-Bus-Netz gemäss Song 180 Kilometer umfassen und auch den Internationalen Flughafen Pekings mit der Innenstadt verbinden - und das ohne zusätzlichen Raum für ein separates Trassee zu beanspruchen. Die Initianten des Projekts hoffen, dass die Staus auf Pekings Strassen dann um 30 Prozent zurückgehen werden.

So schön die technische Vision tönt, der Faktor Mensch könnte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen. Denn unter dem Bus passen nur Autos, nicht aber Lastwagen durch. Zwar ist ein Alarmsystem geplant (siehe Video oben), das LKWs an der Durchfahrt hindern soll, doch ob sich so Kollisionen wirklich verhindern lassen, steht in den Sternen.

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